Wenn Kritik weh tut: Mein härtester Moment

Shownotes

In dieser Folge spreche ich offen über die härteste Rezension, die ich je erhalten habe, und wie sie mich beinahe zum Aufgeben gebracht hätte. Ich erzähle, wie ich gelernt habe, mit Kritik – ob konstruktiv oder vernichtend – umzugehen und warum es so wichtig ist, sich nicht unterkriegen zu lassen. Dabei teile ich persönliche Anekdoten aus meiner Kindheit, und gebe Tipps, wie man als Autor oder Kreativer mit negativen Stimmen umgeht. Trotz aller Rückschläge erinnere ich mich immer wieder daran, warum ich schreibe und wie viel positives Feedback es auch gibt. Lass dich ermutigen, deinen eigenen Weg zu gehen, egal was andere sagen – denn am Ende zählt, dass dir deine Arbeit Freude macht.

Transkript anzeigen

00:00:00: Und dann las ich folgende ein-Sterne-Rezension.

00:00:05: Die Eltern des Autors hätten ihn damals lieber abgetrieben, dann wäre uns allen dieses Buch erspart geblieben.

00:00:13: Was würden diese Worte jetzt bei dir auslösen?

00:00:38: Servus und hallo, mein Name ist Friedrich Kalpenstein.

00:00:42: Ich bin Autor der Herbert-, Prost- und Salute-Reihe.

00:00:46: In diesem Podcast geht es ums Schreiben und ich erzähle dir aus meinem Leben als Autor und selbstverständlich ein bisschen darüber hinaus.

00:00:54: Am Ende beantworte ich gern wieder ein paar Fragen, die mir gestellt wurden. Und natürlich erwähne ich auch an dieser Stelle immer wieder gerne, dass die Tipps, die ich in diesem Podcast gebe, meine Erfahrungen sind,

00:01:07: die ich gemacht habe. Dinge, die bei mir funktioniert oder eben nicht funktioniert haben.

00:01:11: Das kann bei dir selbstverständlich ganz anders sein.

00:01:14: Nimm also das was ich dir erzähle gerne als Hilfestellung oder Anregung und probiere einfach aus, was dir zusagt oder was du dir vorstellen kannst.

00:01:27: Wie schaut es eigentlich bei dir mit deinem Ordnungswahn aus?

00:01:30: Oder lässt du es vielleicht ein bisschen ruhiger angehen?

00:01:33: Also bei mir ist heute Morgen wieder einmal der Monk in mir erwacht.

00:01:37: Nach dem Frühstück bin ich in meine Schreibwerkstatt, hab dort den Mac hochgefahren, meine Teekanne parat gestellt und mich an meinen Schreibplatz gesetzt.

00:01:46: Und dann habe ich ein paar Fussel auf dem Fußboden entdeckt.

00:01:50: Bin aufgestanden, Staubsauger geschnappt und den kleinen Makel entfernt. Und da ich den Staubsauger aber dann schon mal in der Hand hatte, habe ich gleich den ganzen Raum samt Badezimmer gesaugt.

00:02:01: Also in solchen Situationen kann ich einfach nicht anders!

00:02:04: Auf dieser Staubsaugertour bin ich natürlich an meinem Musik-Tisch vorbeigekommen und die Staubschicht auf dem Bildschirm und der Keyboard-Tastatur hatte zur Folge, dass ich den Staubsauger in die Ladestation zurückgehängt und gegen den Swiffer getauscht haben.

00:02:20: Meine kleine Lampe, die neben dem Plattenspieler für Ambiente sorgt, wollte dann auch noch geladen werden und zu guter Letzt habe ich beim Öffnen der Dachfensterollos entdeckt, dass sich ein Vogel auf einer der Scheiben verewigt hatte.

00:02:32: Und wie das dann eben so ist – wenn man den Eimer schon mal in der Hand hat – geht man natürlich gleich über alle Fenster drüber!

00:02:38: Also zur Erinnerung ….

00:02:39: Zu Beginn waren es nur ein paar winzige Fussel….

00:02:44: Also manchmal ist es wirklich wie verhext.

00:02:46: Tausend Gründe um nicht mit der Arbeit zu beginnen.

00:02:49: Geht's dir auch hin und wieder so?

00:02:51: Komm, mir kannst du es ja sagen.

00:02:52: Wir sind hier unter uns!

00:02:54: Dann komme ich mir nämlich nicht so "einzigartig" vor.

00:02:58: Und bei "einzigartig" habe ich gerade mit den Fingern Gänsefüsschen in die Luft gezeichnet.

00:03:02: Hast du gehört, gell?

00:03:03: Ja freilich!

00:03:08: Um was gehts denn

00:03:09: heute?!

00:03:10: Um ein sehr komplexes Thema, wie ich finde... Ich bin auf Lesungen oder im Bekanntenkreis schon oft gefragt worden, wie ich dann mit Rezensionen umgehe. Also vorzugsweise natürlich mit den Kritischen.

00:03:22: Diese Frage ist wie so oft gar nicht zu leicht zu beantworten.

00:03:32: Durch Rezensionen erhalten nicht nur potenzielle Leserinnen und Leser Meinungen über ein Buch, sondern auch ich als Autor bekomme Feedback darüber, wie mein Roman beurteilt wird.

00:03:44: Besonders in den ersten Wochen nachdem ein Buch das Licht der Welt erblickt hat, ist es natürlich interessant zu lesen wohin die Reise geht. Und ich kann oftmals nur staunen, wie ausführlich viele Rezensionen geschrieben werden.

00:03:57: Dafür an dieser Stelle herzlichen Dank, das ist großartig und ich weiß diese Mühe sehr zu schätzen!

00:04:04: Mein Roman "Prost, auf die Wirtin" hat mittlerweile über elfeineinhalb Tausend Rezensionen – und da ist es nur normal, dass es auch kritische Stimmung gibt und auch diese haben ihre Berechtigung.

00:04:14: Es wäre wirklich sehr vermessen von mir anzunehmen, dass meine Art zu schreiben jedem gefällt.

00:04:19: Geschmäcker sind nunmal verschieden.

00:04:21: Auch diese Rezensionen interessieren mich dann natürlich und es kam schon vor, dass ich zugeben musste:

00:04:27: Ja, da hat er oder sie schon auch ein bisschen recht!

00:04:31: Ich persönlich finde es wichtig, mich und meine Arbeit regelmäßig zu reflektieren.

00:04:36: Doch wie das eben immer so ist, gibt es noch eine weitere Art von Rezensionen. Die ganz harten Fälle, die nur einem Zweck dienen: Der kompletten Vernichtung. Puh!

00:04:48: Und da schlackert man hin und wieder mit den Ohren, was einem da entgegenkommt.

00:04:54: Als ich mein erster Roman – Ich bin Single, Kalimera - gerade einmal drei Wochen als Self-Publisher veröffentlicht hatte – kam ich am frühen Abend von der Arbeit nach Hause, schaltete meinen PC ein und wollte ganz aufgeregt nachsehen, ob eine neue Rezension geschrieben wurde und ob mein Buch, mein ganzer Stolz, ein paar Plätze nach oben gerutscht ist. Und dann las ich folgende Ein-Sterne-Rezension.

00:05:21: Die Eltern des Autors hätten ihn damals lieber abgetrieben, dann wäre uns allen dieses Buch erspart geblieben.

00:05:36: Ich habe dir jetzt absichtlich etwas Zeit gegeben!

00:05:39: Was würden diese Worte bei dir auslösen?

00:05:44: Es stand da noch sinngemäß dabei:

00:05:45: Schade, dass man nicht null Sterne geben kann.

00:05:47: Der Müll geht natürlich zurück oder irgendwie so ...,

00:05:50: ganz genau weiß ich das jetzt nicht mehr, aber der erste Satz hat sich bis heute förmlich eingebrannt.

00:05:58: Ich gebe zu, dass diese Rezension noch immer was mit mir macht wenn ich daran zurückdenke.

00:06:02: Ganz ehrlich, ich war so am Boden zerstört, dass ich fast mit dem Schreiben sofort wieder aufgehört hätte.

00:06:09: Ich habe es einfach nicht verstanden, dass es jemanden da draußen gibt der sich wirklich wünscht, dass ich nicht auf dieser Welt wäre, nur, weil ihm mein Roman nicht gefällt.

00:06:20: Ich hab mir gedacht: Hey! Ich will doch nur Menschen zum Lachen bringen und unterhalten.

00:06:24: Ich habe doch niemanden was getan!

00:06:27: Ich habe kein politisches Buch geschrieben, sondern ein Roman über einen Münchner Langzeitsingle.

00:06:33: Natürlich habe ich die Rezension sofort an Amazon gemeldet und sie wurde bald darauf gelöscht.

00:06:39: Heute würde ich anders drauf reagieren, und natürlich Anzeige erstatten. Mit dem einzigen Grund, die Anonymität dieser Person aufzuheben. Einfach um zu sehen, wer hinter solchen Gedanken steckt. Ich hätte schon ein paar Fragen.

00:06:58: Wie gesagt es ist völlig in Ordnung wenn jemand schreibt, dass mein Roman nicht gefallen hat. Dass er oder sie ihn nicht spannend oder lustig fand.

00:07:07: Doch wie so oft im Leben macht eben auch der Ton die Musik. Vielleicht ist dieses einschneidende Erlebnis, das ich zu Beginn meiner Autoren Karriere hatte der Grund dafür, was ich Jungautorinnen und -autoren antworte, wenn sie mir folgende Frage stellen: Auf was soll ich denn achten, wenn ich mein erstes Buch veröffentliche?

00:07:25: Und dann sage ich meistens – sei dir bewusst,

00:07:28: dass, Kritik auf dich zukommt.

00:07:30: Tolle Kritik, die dich hochleben lässt und dich ermutigt weiterzumachen aber auch sehr verletzende Kritik. Wenn es so weit ist, lerne ganz schnell damit umzugehen und lass dich im besten Fall einfach nicht unterkriegen.

00:07:44: Natürlich kann man mir an dieser Stelle vorwerfen: Ach geh Friedrich, geht's nicht ein bisschen positiver. Doch, das gingel Bringt aber nichts.

00:07:52: Es ist der beste Rat, den ich geben kann!

00:07:55: Mit der Veröffentlichung eines Romans ist man im Netz sichtbar und es ist eine Frage der Zeit bis jemand bei dir vorbeikommt und es nicht gut mit dir meint.

00:08:03: Es wäre sehr schade, wenn man deshalb seinen Traum an den Nagel hängt, weil man nicht darauf vorbereitet war.

00:08:09: Viele Menschen und auch ich neigen oft dazu, negativen Stimmen mehr Gewicht zu geben als den vielen positiven. Und die gibt es glücklicherweise viel, viel häufiger.

00:08:22: Zum Beispiel habe ich in den letzten zehn Jahren viele Mails bekommen, die mich sehr berührt haben.

00:08:27: Vor etwa zwei Jahren schrieb mir ein Mann, dass er während der Dialyse meine Romane liest und währenddessen seine Krankheit ein bisschen vergessen kann.

00:08:36: Es sind auch Mails darunter von Menschen, die mir einfach nur sagen wollen, dass sie sich freuen, wenn's was Neues vor mir gibt.

00:08:42: Jedes Mal, wenn ich Zuschriften wie diese lese ist das Negative wie weggeblasen.

00:08:48: Auch ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, im Netz nicht auf Angriffe zu reagieren. Denn dann tust du genau das, worauf dieser Angriff abzielt!

00:08:58: Mein Tipp:

00:08:59: Atme ein, raste aus, gehe kurz vielleicht um den Block, aber schreibe bitte nichts dazu mit dem Versuch, diese Person von deiner Sichtweise zu überzeugen.

00:09:10: Diese Kampf kannst du nur verlieren.

00:09:13: Anfeindungen dieser Art sind nicht selten gelebter Narzissmus.

00:09:17: Und wie kannst du einen Narzisst am besten abschütteln?

00:09:21: Richtig, mit Nichtachtung, Ruhe und Besonnenheit!

00:09:31: Kleine Anekdote aus der Welt des kleinen Kalpi, aus meiner Kindheit.

00:09:36: Wer mich schon einmal gesehen hat weiß, dass ich rot-blonde Haare habe.

00:09:41: Das war zu Beginn und während der Schulzeit eine echte Herausforderung.

00:09:45: Das wäre eigentlich auch mal ein Thema für eine ganze Folge.

00:09:48: Und mei ..., da könnte ich euch Sachen erzählen! Ich sage nur: Danke lieber Pumuckl!

00:09:53: War es denn wirklich nötig, diesem Kobold eine Haarfarbe zu verpassen,

00:09:58: die es wirklich gibt und die noch dazu nur zwei Prozent der Menschen auf dieser Erde haben?

00:10:03: Also grüne oder blaue Haare wären vielleicht auch eine Idee gewesen.

00:10:08: Nur so am Rande.

00:10:10: Die Rothaarigen unter uns wissen was sich meine.

00:10:14: Bei mir kam dann noch erschwerend hinzu, dass ich ein paar Tage vor meinem allerersten Schultag noch einen Fahrradunfall hatte,

00:10:21: am Hinterkopf genäht wurde, das heißt ..., da war er ja ein bisschen rasiert und weil das nicht reichte, hatte ich auch eine sehr dicke Brille auf.

00:10:29: Ich bin auf die Welt gekommen,

00:10:31: da war das linke Auge sehr schlecht und dann hat man das rechte Auge zugeklebt, damit eben das schlechtere trainiert wird.

00:10:38: Ja und das war dann der erste Eindruck, den meine lieben Mitschülerinnen und Mitschülern von mir bekommen haben!

00:10:45: Mai ich konnte es tragen, gell?

00:10:47: Und die lieben Kleinen gehen halt gerne auf das Äußerliche und noch lieber auf das, was die breite Masse nicht besitzt.

00:10:56: Ich glaube, ich habe das Titellied vom Pumuckl öfter auf dem Schulweg gehört als die Leute im Schneideraum, die die Serie produziert haben.

00:11:04: Heutzutage würde man von Mobbing sprechen und damals sagte man dazu liebevoll Hänseln!

00:11:11: Natürlich habe ich anfangs mit Gegenwehr reagiert und damit aber noch mehr Öhl ins Feuer gegossen.

00:11:17: Dann habe irgendwann gemerkt dass es besser ist, diesem Schmarren keine Beachtung mehr zu schenken

00:11:22: und sie da... Es hat funktioniert.

00:11:24: Irgendwann wurde es diesen Typen zu langweilig und das Rudel ist weitergezogen.

00:11:30: Und sie haben sich dann einfach einen anderen gesucht.

00:11:33: Dennoch muss ich sagen, dass mir das Ganze natürlich auch irgendwo ein Stück weit selbstbewusst gemacht hat – also ich war mit Sicherheit weit über die Hälfte meiner gesamten Schulzeit Klassensprecher.

00:11:43: Also ich habe mich quasi nicht versteckt!

00:11:45: Aber damit will ich einfach nur verdeutlichen, dass es sich genauso auch mit den Anfeindungen im Internet verhält….

00:11:53: Und deshalb eben mein Tipp: Reagiere nicht drauf.

00:11:56: Das Universum regelt das für euch.

00:11:58: Zu meiner Freude sehe ich einen von den Jungs von damals heute noch hin und wieder auf der Straße und was soll ich sagen?

00:12:06: Das Karma hat ihm eine Halbglatze geschenkt und es scheint ihm nicht zu gefallen, weil er selbst im Restaurant immer ein Baseball Cap trägt.

00:12:21: Aber zurück zum eigentlichen Thema.

00:12:23: Natürlich gibt es auch verrückte Rezensionen, über die ich manchmal wirklich schmunzeln muss.

00:12:28: Es gibt von mir zum Beispiel eine Kurzgeschichte als Hörbuch.

00:12:31: Das war ein Projekt von Audible, für das ich vor Jahren fünf Hashtags bekam und mir dazu eine Geschichte ausdenken sollte.

00:12:38: Das Hörbuch heißt "Wurststullen auf Bali" und dauert ungefähr achtundzwanzig Minuten glaube ich.

00:12:44: Und zu meiner großen Freude kam es auch ganz gut an!

00:12:47: Kurz nach der Veröffentlichung waren natürlich auch kritische Stimmen darunter und in einer war dann zu lesen, dass es viel zu kurz sei.

00:12:56: Wir erinnern uns: Eine Kurzgeschichte.

00:12:58: Die Minutenzahl steht dabei!

00:13:01: ...und das er auf alle Fälle sein Geld zurückhaben möchte.

00:13:05: Und das Lustige daran... zu diesem Zeitpunkt war das Hörbuch kostenlos.

00:13:10: Also man hat's mit Sachen hier zu tun ... Wahnsinn!

00:13:16: Ich habe auch schon in einer Rezension zu einem meiner Herbert-Romane gelesen: Kommt nicht an die Herr der Ringe -Bücher heran.

00:13:25: Also, da hab ich dann auch ehrlich gesagt nicht länger drüber nachgedacht wie das jetzt gemeint war.

00:13:31: Ich vermute, es wurde das falsche Buch rezensiert.

00:13:40: Es gibt aber auch Rezensenten, die bewerten jedes Buch einer zehnteiligen Reihe mit zwei Sternen.

00:13:47: Man könnte ihnen jedoch nicht vorwerfen, dass sie gleich aufgeben würden.

00:13:52: Aber da bin ich wahrscheinlich wieder ein bisschen zu positiv unterwegs.

00:13:55: Vermutlich steckt dahinter ein ganz anderer Plan.

00:14:01: Und dann ist es auch schon oft passiert, dass ich tolle Rezensionen bekam in denen stand, wie gut mein Buch gefallen hätte und es war spannend und lustig.

00:14:09: Man freut sich schon auf den nächsten Teil und dann hat's bei der Sternenvergabe nicht geklappt und es wurde nur einer angeklickt.

00:14:16: Ja, da hat der Kalbi dann quasi eine Eins bekommen.

00:14:23: Dann gibt's noch eine ganz besondere Spezies... Die üblichen Verdächtigen, die fünf Minuten nach Erscheinen eines neuen Titels um null Uhr irgendwas bereits schlecht rezensieren – das sind aber oftmals immer die gleichen!

00:14:38: Ich bezeichne sie aber dennoch gewissermaßen als Fans weil sie sich intensiv mit mir und meinen Büchern beschäftigen.

00:14:45: Ein Comedian hat mal gesagt, zwanzig Prozent schalten ein, weil sie einen nicht mögen.

00:14:50: Und dann ...,  ich merkt gerade, wie umfangreich dieses Thema ist.

00:14:55: Hätte ich anfangs nicht gedacht aber das muss ich dir so erzählen.

00:14:58: Also leider kann es auch vorkommen, dass unter deinen Autoren-Kolleginnen und -kollegen jemand ist, dem dein Erfolg nicht schmeckt und diese Person deine Bücher deshalb schlecht bewertet.

00:15:12: Ja, da brauchst du nicht so schauen.

00:15:13: Ich hab auch gestaunt!

00:15:15: Aber das gibt's wirklich... aber jetzt kommt es.

00:15:18: Dumm ist nur, wenn diese Person es anderen erzählt und diese es dann um mich weitergeben.

00:15:24: Und das ob du willst oder nicht gell?

00:15:27: Die Frage ist nämlich wollte ich das wirklich

00:15:29: wissen?!

00:15:30: Und auf diese Weise erfährt man natürlich, wer diese Pappenheimer sind.

00:15:36: Auch im Bekanntenkreis kann es Menschen aus vergangenen Tagen geben, die dir nicht wohlgesinnt sind.

00:15:42: Und jetzt fragst du dich vielleicht, ob ich diese Personen schon einmal darauf angesprochen habe?

00:15:47: Nein, hab' ich nicht!

00:15:49: Werde ich auch nicht weil so ist einfach viel schöner..., also für mich.

00:15:54: Aber andererseits ..., soll ich den Namen sagen? Vielleicht hören die ja zu.

00:16:00: Wir erinnern uns an die Aussage des Comedians. Gut, dann mache ich das.

00:16:05: Es ist ... nein, das sag' ich doch natürlich nicht. Datenschutz!

00:16:14: Aber vielleicht sage ich es ja doch am Ende dieser Folge. Spannung aufbauen.

00:16:19: Die Frage ist nun, können auch nach über zehn Jahren Autorendasein böse gemeinte Rezensionen verletzen?

00:16:26: Und die Antwort ist ganz klar: Ja, das können und das tun sie auch. Und da gibt es auch kein Schönreden.

00:16:34: Auch wenn viele vielleicht sagen, sowas perlt an mir ab und ich lese sowieso keine Rezensionen – das lasse ich gar nicht erst an mich ran!

00:16:43: Ich glaube das nicht.

00:16:44: Aus dem einfachen Grund weil ich das liebe was ich tue und sehr viel Herzblut und Freude hineinstecke.

00:16:50: Ich möchte Menschen unterhalten, sie für ein paar Stunden aus dem stressigen Alltag entführen und ein paar Sorgen vergessen lassen.

00:16:57: Glücklicherweise kann ich heute prima damit umgehen.

00:17:01: Natürlich kann ich nicht alle Rezensionen lesen und schaue nicht mehr täglich auf die verschiedenen Portale, wie damals als ich erst zwei oder drei Romane veröffentlicht hatte.

00:17:10: Dennoch lese ich etwa einmal die Woche oder alle zwei Wochen quer durch die Meinungen meiner Leserinnen und Lesern – also je nachdem, wie tief ich gerade in meiner Schreibarbeit versunken bin!

00:17:20: Und wenn dann mal etwas Gemeines drinsteht, dann gibt's kurz ein kleines Stich in der Brust und gleich drauf ist alles wieder vergessen.

00:17:28: Wenn ich lese, dass sich jemanden mit einem meiner Romane eine Freude bereitet habe. Also soll ich jetzt vielleicht die Namen nennen die mir ...?

00:17:38: Du weißt schon!

00:17:39: Nein, das kann ich nicht machen oder vielleicht doch?

00:17:44: Ich überlege noch. Puh, da gab es aber viel zu besprechen.

00:17:48: Ja, wie schließe ich das jetzt am besten ab?

00:17:51: Vielleicht so.

00:17:52: Wenn auch du dich ins Rampenlicht begibst, denk immer dran, lass dich nicht unterkriegen und verliere deinen Spaß nicht, auch wenn es mal mit Meinungen über das was du tust ein bisschen härter zugeht.

00:18:05: Vielleicht gibt's andere Beweggründe die mit dir im Grunde nichts zu tun haben weshalb jemand sein Ventil öffnet und hin und wieder bekommst du es dann eben ab weil du gerade verfügbar bist.

00:18:16: Schenke ihnen nicht zu viel Gewicht, weil du sie sowieso nie erreichen wirst.

00:18:20: Konzentriere dich deshalb weiterhin auf dein Publikum und noch viel wichtiger auf dich selbst!

00:18:27: Und allen die den respektvollen Pfad verlassen haben würde ich gern sagen: Hinter jeder IP-Adresse steckt auch ein Mensch.

00:18:35: Vielleicht denkt's doch mal drüber nach... So, wie schaut's jetzt aus?

00:18:39: Haben wir noch Zeit für eine Frage?

00:18:41: Wunderbar!

00:18:42: Ich nämlich auch. Eine

00:18:43: machen wir noch.

00:18:44: Ich schau mal auf meinen schlauen Zettel, was in meinem Email-Postfach gelandet ist.

00:18:49: Siegrid und auch Robert fragen: Wenn du ein Buch fertig geschrieben hast,

00:18:54: wer liest es dann

00:18:55: zuerst?

00:18:56: Servus ihr zwei!

00:18:58: Vielen Dank für diese Frage.

00:18:59: Also bei mir gibt es bereits im Entstehungsprozess gleich zwei Personen die vor allen anderen wissen, wer der Mörder ist.

00:19:07: Zum einen habe ich einen Entwicklungslektor, also sobald alle meine Vorbereitungen abgeschlossen sind, schicke ich ihm meine WritersBible samt Figurenkatalog und auch den Plot.

00:19:17: Dann telefonieren wir lange und besprechen, ob die Figuren funktionieren, der Mord am Ende schlüssig aufgelöst wird – und natürlich nicht zuletzt, ob ich genügend falsche Fährten auf dem Weg zur Auflösung gelegt habe, damit nicht gleich auf Seite dreißig klar ist, wer die Täterin oder der Täter ist!

00:19:34: Und dann, wenn alles geklärt ist, beginne ich mit dem eigentlichen Schreibprozess.

00:19:39: Es hat sich in den letzten Jahren der Zusammenarbeit ergeben, dass ich meinem Entwicklungslektor nach etwa hundert Seiten das Manuskript das erste Mal zuschicke.

00:19:47: Und wenn er es dann gelesen hat, besprechen wir gemeinsam ob es sich gut anfühlt und ob vielleicht doch noch etwas geändert werden muss.

00:19:55: Es kam zu dem Zeitpunkt auch schon mal vor, dass ich eine weitere Person in die Geschichte brachte, um die Spur besser zu zerstreuen.

00:20:04: Hin und wieder schreibe ich auch vorab den Schluss und die damit verbundene Auflösungen, zum Beispiel den großen Showdown und das Verhör,

00:20:12: und wir sprechen nochmals darüber!

00:20:14: Wenn das dann alles passt, dann schreibe ich die dazwischenliegenden Passagen.

00:20:18: Vielleicht hast du ja die Folge dieses Podcasts gehört

00:20:21: zum Thema Plot?

00:20:22: An dieser Stelle bewährt es sich vorab viel Zeit in der Struktur des Romans mit all seinen einzelnen Plotpunkten gesteckt zu haben – sonst wäre's dann natürlich schwierig beim Schreiben, einfach über einhundert Seiten zu überspringen, den Schluss zu schreiben und dann wieder zurückzukehren.

00:20:39: Diese Zusammenarbeit mit meinem Entwicklungslektor schätze ich sehr.

00:20:42: Es macht sehr viel Spaß und bereichert meine Arbeit ungemein!

00:20:49: Die zweite Person, die jedes einzelne Wort eines Manuskripts gelesen hat von allen Büchern, die ich bisher geschrieben habe, bevor's zu guter Letzt an den Verlag geht, ist meine Frau Petra.

00:21:00: Ihr gebe ich die geschriebenen Seiten, sobald ich einen Plotpunkt beendet habe.

00:21:04: Das sind meist so zwischen fünf und zehn Seiten.

00:21:07: Auch diese Zusammenarbeit ist wirklich gold wert – ich selbst hab beim Schreiben Bilder im Kopf und verstehe natürlich was sich zu Papier bringe.

00:21:15: Doch ist es auch für meine späteren Leserinnen und Leser schlüssig?

00:21:19: Und das bereden wir dann zusammen und nicht beschreibe gegebenenfalls Szenen anders, damit sie auch für Außenstehende verständlich sind.

00:21:27: Die Beschreibung einer Leiche wäre zum Beispiel so ein Thema oder der Fundort.

00:21:31: Liebe Sigrid, lieber Robert, ihr seht also ... Der Kalpi ist nicht allein!

00:21:36: So, und weitere Fragen gibt's in der nächsten Folge wenn es wieder heißt Kalpiccino - einfach Quatschen.

00:21:43: Soll ich jetzt vielleicht doch noch die Namen nennen, die ..., ach, vielleicht ein andermal.

00:21:50: Das hat jetzt wieder richtig Spaß gemacht mit dir ein bisschen zu quatschen, und ich hoffe natürlich wie in jeder Folge, dass ich dich auch diesmal wieder deinem Ziel, ein Buch zu schreiben

00:21:59: etwas näher bringen oder dich zumindest unterhalten konnte!

00:22:03: Hör doch gern wieder bei meiner nächsten Folge vorbei – ich würde mich freuen und wenn du magst, dann abonniere einfach meinen Podcast damit du nichts verpasst.

00:22:12: Servus und bis bald!

00:22:14: Mein letzter Satz passt heute zu dieser Folge mehr denn je.

00:22:18: Seid's gut zueinander, denn wenn es wir nicht sind, wer dann? Euer Friedrich.

00:22:25: Mittwoch ist Kalpiccino-Tag.

00:22:27: Alle zwei Wochen frisch aufgebrüht von Friedrich Kalpenstein.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.