Peinlich, lustig, unvergesslich: Meine skurrilsten Recherche-Erlebnisse

Shownotes

In dieser Folge nehme ich dich mit auf meine kuriosesten Recherche-Reisen. Von peinlichen Hotelerlebnissen bis zu absurden Sauna-Begegnungen. Ich erzähle, warum gerade die überraschenden und manchmal unangenehmen Momente am meisten Inspiration für meine Romane liefern. Erfahre, wie ich skurrile Alltagssituationen sammle und warum echte Erlebnisse oft noch verrückter sind als jede Fiktion. Außerdem beantworte ich die Frage, welche Figuren ich am liebsten schreibe und wie Humor und Spannung in meinen Büchern zusammenkommen. Lass dich unterhalten und inspirieren – vielleicht erkennst du dich in der einen oder anderen Geschichte sogar selbst wieder!

Transkript anzeigen

00:00:00: Plötzlich höre ich ihn regelmäßigen Abständen immer so ein Klatschen und auch hin und wieder einen Aua.

00:00:08: Und ich dachte mir, was ist denn das?

00:00:10: Und da sah ich ihn!

00:00:11: Ein Mann im Rentenalter braun gebrannt mit einer Fliegenklatsche bewaffnet.

00:00:38: Servus und hallo, mein Name ist Friedrich Kalpenstein.

00:00:42: Ich bin Autor der Herbert-, Prost- und Salute-Reihe.

00:00:47: In diesem Podcast geht es ums Schreiben und ich erzähle dir aus meinem Leben als Autor und selbstverständlich ein bisschen darüber hinaus.

00:00:54: Am Ende beantworte ich gern wieder ein paar Fragen die mir gestellt wurden.

00:00:58: An dieser Stelle erwähne ich immer wieder gerne, dass die Tipps, die ich in diesem Podcast gebe, meine Erfahrungen sind,

00:01:04: die ich gemacht habe.

00:01:05: Dinge, die bei mir funktioniert oder eben nicht funktioniert haben und das kann bei dir selbstverständlich ganz anders sein.

00:01:12: Nimm also das, was ich dir hier erzähle, gern als Hilfestellung oder Anregung und probier einfach aus, was dir zusagt oder was du dir vorstellen kannst.

00:01:25: Soll ich mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern?

00:01:28: Okay mache ich.

00:01:31: Heute Morgen habe ich mich nämlich wieder mal dabei ertappt, dass ich manche Dinge in meinem Leben nicht ganz so optimal handhabe.

00:01:39: Ich hoffe immer sehr, dass unter euch auch der oder die eine oder andere ist, dem es da ähnlich geht!

00:01:45: Als ich nämlich Butter, Marmelade und Co. nach dem Frühstück zurück in den Kühlschrank geräumt habe, habe ich einen Joghurt entdeckt, den ich vor gut zwei Wochen zu uns nach Hause geholt habe. Und ungelogen, seit dieser Zeit kontrolliere ich jeden Tag das Mindesthaltbarkeitsdatum und stelle ihn wieder zurück mit den Worten: Der geht schon noch.

00:02:05: Dann habe ich mich jeden Tag für einen Apfel oder eine Banane als Zwischendurch-Snack entschieden – so auch die letzten Tage. Immer wieder drauf geschaut, und ... ach, der geht schon noch.

00:02:12: Und heute war's dann soweit, weil es ist ja wie verhext.

00:02:19: Also natürlich hab ich gestern nicht drauf geschaut und er ist gestern abgelaufen.

00:02:24: Da sichs aber natürlich Gott sei Dank um ein Mindesthaltbarkeitsdatum handelt habe ich ihn dann getestet und ihn vorher genossen.

00:02:31: Aber natürlich frage ich mich, was das soll!

00:02:35: So geht´s mir wirklich nur bei Joghurts und ich liebe Joghurts. Trotzdem komme ich nicht dahinter, weshalb ich sie immer horte, bis es dann wirklich eng wird.

00:02:45: Cool ist ja auch, dass ich zwischenzeitlich welche nachkaufe,

00:02:49: damit es ja nicht passiert, dass ich Lust auf einen Joghurt habe und dann ist keiner da!

00:02:54: Das geht ja gar nicht.

00:02:55: Und aus diesem Grund hab' ich schon mal mehrere Joghurts an einem Tag gegessen, weil das Datum darauf sagte: Du jetzt wird's aber Zeit gell!

00:03:03: Liebe Hörerin, lieber Hörer dieses Podcasts.

00:03:07: Also, solltest du eine Idee haben oder gar psychologische Kenntnisse, dann schreib mir gerne deine Diagnose an.

00:03:14: podcast@kalpenstein.de.

00:03:17: Ich lege mich dafür auch gern auf die Couch!

00:03:23: So, um was geht's denn heute?

00:03:25: Meine Frau und ich haben in den letzten zehn Jahren so einige Recherchereisen hinter uns gebracht und jede einzelne war wirklich eine Klasse für sich.

00:03:35: Also wir haben da viel erlebt und viel gesehen.

00:03:37: Und ich bin jedes Mal mit einem Füllhorn voller neuer Ideen nach Hause gekommen!

00:03:43: Das liegt natürlich in erster Linie daran, dass eine räumliche Veränderung perfekt ist, um den Kopf frei zu bekommen und um die Sinne auf andere Dinge zu fokussieren.

00:03:52: Und klar, dass wir alle zu Hause in unserer Tagesroutine stecken und überhaupt nicht den Kopf frei haben um in der näheren Umgebung etwas zu entdecken,

00:04:00: das vielleicht an einem anderen Ort auf der Erde oder zumindest in der nächstgelegenen Stadt unser Interesse wecken würde.

00:04:08: Ganz nebenbei hatte ich bisher immer das große Glück auf skurrile Situationen und Menschen zu treffen!

00:04:15: Wenn auch du vor hast ein Buch zu schreiben oder bereits mittendrin steckst, dann kann ich dir nur dazu raten, dir stets lustige Momente zumindest stichwortartig aufzuschreiben.

00:04:26: Ich habe dafür auf meinem PC einen eigenen Ordner, in dem lustige, verrückte- oder auch sonderbare Momente Platz finden und ebenso gibt es natürlich auch ein kleines Notizbuch, das mich seit Jahren auf meinen Reisen begleitet – da steht wirklich so allerhand drin!

00:04:41: Also ganz ehrlich, ich muss ja immer schmunzeln wenn ich höre oder lese dass eine Situation in einem meiner Romane vielleicht an den Haaren herbeigezogen scheint.

00:04:51: Oder so absurd und unrealistisch ist, dass sie vermutlich nur meiner blühenden Fantasie entsprungen sein kann.

00:04:58: Also mit Sicherheit ist es in der einen oder anderen Szene schon so gewesen.

00:05:03: Ich schreibe keine Tatsachenberichte, sondern fiktive Romane, humorvolle Romane und natürlich ist da das meiste auch aus meiner Fantasie heraus entsprungen.

00:05:13: Besonders die Herbert-Reihe bot sich über acht Teile hinweg geradezu an als Autor ein wenig über die Strenge zu schlagen.

00:05:21: Aber also diese Situationen kann ich sicher an einer Hand abzählen!

00:05:28: Vielleicht auch an zwei Händen.

00:05:29: Du würdest überrascht sein, was ich schon alles erlebt habe, bei dem man sich denkt: Also das passiert doch jetzt gerade nicht wirklich!

00:05:37: Deshalb hab' ich mich hingesetzt, ein bisschen in der Vergangenheit gegraben und auch meinen Ordner auf dem Rechner bemüht, um mit dir meine witzigsten Momente während meiner Recherchereisen zu teilen.

00:05:48: Und ich kann dir sagen, dass bei meinen Aufzeichnungen auch ich selbst nicht selten vorkommen.

00:06:01: Zum Beispiel waren meine Frauen ich vor Jahren im Herbst im Bayrischen Wald.

00:06:06: Es war ein wunderschöner Tag und wir waren am Nachmittag nach einer Wanderung auf dem Rückweg als wir an einem Hotel vorbei kamen von dem wir wussten, dass es dort eine erstklassige Kuchenauswahl gibt.

00:06:18: Und wer mich kennt, ja ich liebe Kuchen. Ich lieb eigentlich alles, was süß ist. Also, dann kann man mich immer dafür begeistern.

00:06:26: Jetzt muss man wissen, dass es sich dabei um ein wirklich schickes Hotel handelt.

00:06:31: Also sehr detailverliebt und eher im kostspielgerem Bereich angesiedelt.

00:06:37: Wir also rein, quer durch die Lobby, an der Bar vorbei und auf zur großzügigen Fensterfront, an der kleine Tische standen.

00:06:45: Wie fast täglich um diese Zeit war ein freier Platz Mangelware – doch wir hatten Glück

00:06:50: und haben einen in der Tische ergattert.

00:06:54: Und bald kam auch jemand und wir haben unsere Bestellung aufgegeben.

00:06:57: Als die Dame sich von uns entfernte, blieb sie plötzlich auf halber Strecke erschrocken stehen und schaut auf den Boden.

00:07:05: Was ich noch nicht erwähnt hatte, der Boden in diesem Teil des Hotels war mit einem sehr schönen sanft gemusterten, flauschigen Teppich ausgelegt.

00:07:14: Es kam dann noch eine zweite Servicekraft hinzu und kurz darauf noch jemand von der Rezeption.

00:07:21: Ich habe dann schnell erkannt was das Problem war.

00:07:24: Jede Menge Laub und Dreck!

00:07:27: Und ich sag nur zu meiner Frau, jetzt schaut ihr das mal an.

00:07:29: Also wer hat denn den Saustall hier reingebracht. Und wie ich so kopfschüttelnd neben mir auf dem Boden schau, bemerke ich, dass ich derjenige war der gefühlt einen halben Waldweg mit ins Hotel geschleppt hat.

00:07:43: Das war mir so peinlich.

00:07:45: Glücklicherweise hatte sich die Spur irgendwann auf den Weg zum unserem Tisch verloren und man konnte ihr nicht direkt folgen und das lag jedoch nur daran, weil sich der Rest des Waldwegs tief in meine Sole vergraben hatte.

00:07:58: Das waren so Panama-Jacks, also die kennst du bestimmt!

00:08:01: Und durch das Sitzen hat sich nun direkt unter unserem Tisch der Rest gelöst und ich habe auch dort den Teppich absolut großzügig markiert.

00:08:12: Da es in dem Hotel ziemlich warm war und der Teppich sich um die Restfeuchtigkeit des Laubs in meiner Sohle gekümmert hatte, wurde das Ganze nun noch ziemlich bröselig, mir war es so peinlich.

00:08:23: Ich habe dann meine Frau äußerst diskret darauf aufmerksam gemacht, dass ich der Übeltäter bin und sie war natürlich restlos begeistert, kannst du ja sicher vorstellen.

00:08:35: Ja, und irgendwann kam dann natürlich auch Kaffee und Kuchen und mittlerweile war auch eine Reinigungskraft gekommen die mit einem Sauger das Malheur entfernte.

00:08:44: Und zum Glück saßen wir auf Sesseln, mit dem ich immer wieder ein bisschen gewandert bin um den Rest darunter zu verbergen.

00:08:52: Irgendwann passte dann natürlich zwischen mir und dem Tisch kein Blatt Papier mehr.

00:08:56: Also ein fürstliches Trinkgeld war das Mindeste, was sich außer getrockneten Laubröseln hinterlassen konnte und wir waren dort bisher nie wieder.

00:09:07: Diese Geschichte sorgt bis heute zwischen mir meiner Frau stets für Heiterkeit!

00:09:17: Was gab es denn noch?

00:09:19: Ah ja, meine Sauna-Begegnung.

00:09:22: Ich habe ja was Sauna angeht, meine Einhundert-Kilometer-Regel.

00:09:26: Also es bedeutet, ich gehe eigentlich nur auf Recherchereisen oder im Urlaub in eine Sauna.

00:09:31: Ich käme nie auf die Idee, direkt vor der Haustür zu saunieren und bevorzuge einen bisschen Anonymität.

00:09:38: Und das, wo doch die größte Therme der Welt nur einen Katzensprung von mir entfernt ist – also geht ja eigentlich überhaupt gar nicht!

00:09:45: Jedenfalls saß ich vor etwa drei Jahren irgendwo an der Landesgrenze zu Österreich in einer Hotelsauna.

00:09:54: Es waren noch drei bis vier andere Leute in der Kabine und ich sitz da so und starre vor mich hin – so ganz apathisch, wie man das eben in eine Sauna macht,

00:10:02: – als die Tür aufgeht und ein Mann reinkommt.

00:10:06: Er setzt sich gegenüber von mir auf diese Bank und startet, wie wir alle seine Füße an.

00:10:12: Und irgendwann schaut er auf und mustert mich!

00:10:15: Ich habe natürlich die goldenen Regeln eingehalten, die in Gefängnissen und Saunas gilt.

00:10:20: Kein Augenkontakt.

00:10:22: Plötzlich steht er auf... ...und setzt sich neben mich.

00:10:27: Sag mal, du warst doch in der Schule eine Klasse unter mir?

00:10:31: Bist du nicht der, der Bücher

00:10:33: schreibt?!

00:10:34: Und was sage ich in geistiger Umnachtung?

00:10:37: Ja. Und er: Habe ich es doch gewusst.

00:10:40: Er hat dann gesagt, dass er mir auf Facebook folgt und ich hätte ein Bild gepostet und da hatte er im Hintergrund schon gesehen, dass das nur hier in der Nähe sein kann.

00:10:47: Kleiner Tipp vom Profi an dieser Stelle. Solltest du Privatsphäre wünschen,

00:10:51: poste niemals wo du gerade bist!

00:10:54: Und jetzt kommt das Schlimmste.

00:10:56: Dann hat er mir noch die Hand gegeben und gesagt: Also ihr hätt ja nie gedacht, dass du einmal schreibst. Und ich habe ja so ein schlechtes Gedächtnis, was meine Schulzeit betrifft.

00:11:07: Ich weiß bis heute nicht wer das war!

00:11:09: Also vom Sehen vielleicht noch so und wir haben uns ja alle ein bisschen verändert aber Namen geht bei mir überhaupt nicht.

00:11:16: Also ganz ehrlich... ...ich schüttle wirklich gerne jemand die Hand.

00:11:20: Aber doch nicht in der Sauna?

00:11:21: Und wer weiß, wo er die zuvor ...

00:11:25: Blumenwiese?!

00:11:26: Ich mag's mal gar nicht vorstellen.

00:11:30: Er fragte dann: Weißt scho, wer ich bin? Und ich: Freilich.

00:11:35: Jetzt haben mich die anderen, die in der Saunakabine waren, natürlich auch ganz genau angeschaut und mir war das so unangenehm.

00:11:42: Die haben natürlich glücklicherweise überhaupt nicht gewusst wer ich bin, ist ja klar!

00:11:45: Ich schreibe zwar erfolgreich Bücher aber wer kennt denn schon

00:11:48: einen Autor nur mit einem Handtuch bekleidet in der Sauna?

00:11:52: Ich habe dann gesagt, meine zehn Minuten sind um und ich muss jetzt raus.

00:11:57: Er streckt mir wieder die Hand hin. Und ich bin ja von Grund auf ein freundlicher Mensch und erwidere diese Geste natürlich.

00:12:05: Oh mei, also du machst was mit!

00:12:11: Und in dem gleichen Hotel... Also ich merke gerade: Willst du was erleben?

00:12:15: Fahre in den Bayerischen Wald. Absolut Spitze.

00:12:17: Also im gleichen Hotel gab es abends in der Kellerbar einen musikalischen Abend mit einem Alleinunterhalter. Und der war absolut klasse.

00:12:25: Ich hab so eine Gaudi mit dem gehabt, der hat zwischendrin ein bisschen Witze erzählt und so weiter... ...und hat  so Sachen gespielt wie Country Roads oder Life is Life von Opus, ganz allein mit der Gitarre wohlgemerkt!

00:12:37: Die Stimmung war etwas verhalten und plötzlich kam eine Familie rein.

00:12:44: Weit über sechzig und vier jüngere Personen waren dabei, also die waren so vielleicht um die dreißig.

00:12:50: Und ich vermute zwei davon waren deren Kinder und die hatten die Partner dabei.

00:12:54: Wahrscheinlich feierte ein Elternteil einen runden Geburtstag oder zumindest einen halbrunden.

00:12:59: Das macht man ab einem gewissen Alter so. Und irgendwie haben die wahrscheinlich auch ungewollt, von Anfang an Vollgas geben.

00:13:06: Also es gab gleich zu Beginn schon einen kleinen Tumult, weil die Bar platztechnisch eher auf Paare ausgerichtet war und Vati die komplette Einrichtung umgeräumt hat, damit alle beieinandersitzen.

00:13:18: Die beiden jungen Frauen fanden auf der gepolsterten Bank ihren Platz und der Rest saß auf kleinen Sesseln.

00:13:24: Die Damen tranken Cocktails, die Männer Pils. Und dann kamen die Nüsschen, aber nicht so in der kleinen Schütte wie du dir das vielleicht vorstellst, sondern in einem kleinen Schälchen mit einem Löffel darin.

00:13:38: Und jetzt kommt Vati, schnappt sich den Löffeln nimmt damit ein paar Nüsschen auf und schiebt sich den Löffel in den Mund.

00:13:46: ich habe gedacht ist sehe nicht richtig!

00:13:49: Die anderen sind dann direkt mit die Finger rein, weil der Löffel war ja belegt, und Vati hatte wohl auch schon beim Abendessen ein bisschen was getankt und es wurde immer lauter.

00:13:59: Ich habe schon gemerkt, dass seiner Frau das sehr unangenehm war.

00:14:02: Die hat es immer so umgeschaut und war ein bisschen ... peinlich berührt.

00:14:07: Lustig war jedoch, dass die Bank auf der die beiden Jüngeren saßen, wohl frisch auch aufgepolstert war.

00:14:14: Denn jedes Mal, wenn die eine der beiden ihre Sitzposition geändert hat, dann stand sie ein bisschen auf, fasste unter ihr Gesäß, strich den Rock glatt und jedes Mal, wenn sich wieder niederließ, war die andere neben ihr so ein bissel in der Luft und die Haare sind da immer so nach oben geflogen und das sah so lustig aus.

00:14:37: Und da denkst du dir irgendwann: Wo ist die versteckte Kamera?

00:14:42: Irgendwann wurde es dann der Mutter zu bunt und sie sagte: Ich geh jetzt ins Bett!

00:14:47: Und Vati hat natürlich reagiert wie es sich für einen Gentleman gehört und hat sich ein weiteres Pils bestellt. Und meine Frau und ich sind dann etwa zwanzig Minuten später.

00:14:58: oder so aus der Bar raus mit dem Lied: ... Wind Nordost, Startbahn Null drei ... Über den Wolken von Reinhard May! Wunderbar.

00:15:05: Und wen sehen wir jedenfalls

00:15:07: in der Hotel-Lobby?

00:15:08: Mit einem Aperol Spritz in der einen und einem Buch in der anderen Hand?

00:15:13: Mutti!

00:15:14: Und sie sah so zufrieden aus, und ich bin mir sicher das war der schönste Abend für Sie seit Langem.

00:15:24: Auf was ich jedoch bisher am häufigsten angesprochen wurde ist die Szene in einem Herbert Roman. Mann mit Fliegenklatsche am Pool.

00:15:33: Und das ist nicht fiktiv, sondern haben meine Frau und ich während eines Griechenland-Urlaubs wirklich so erlebt.

00:15:41: Wir waren vormittags auf Tour beim Sightseeing und verbrachtenen Nachmittag unter einem schattenspendenden Sonnenschirm am Pool.

00:15:48: Und plötzlich höre ich in regelmäßigen Abständen immer ein Klatschen und auch hin und wieder einen Aua!

00:15:56: Ich dachte mir, was ist denn das?

00:15:58: Dann habe ich mich aufgesetzt, meine Sonnenbrille nach oben geschoben und den Pool abgescannt.

00:16:03: Und da sah ich ihn, ein Mann im Rentenalter braun gebrannt mit einer Fliegenklatsche bewaffnet.

00:16:10: Ich dachte, ich seh nicht richtig!

00:16:12: Also ganz ehrlich, so was kann man sich nicht ausdenken.

00:16:15: Er saß auf der Liege und schaute hochkonzentriert um sich.

00:16:20: Dann nährte er sich mit der Fliegenklatsche dem Oberschenkel seiner Frau die sich neben ihm auf eine Liege sonnte, holt aus und ZACK! Voll auf ihren Schenkel und sie wieder aua!

00:16:31: Und er blieb total lässig.

00:16:33: Hob die Fliege auf, legte sie neben den anderen auf der anderen Seite seiner Liege auf dem Boden.

00:16:39: Er war also schon fleißig zu diesem Zeitpunkt.

00:16:42: Also meine Vermutung ist dass seine Frau eine Sonnencreme aufgetragen hatte, die für Fliegen äußerst verlockend war, denn auf unserer Seite des Pools war es so ziemlich ruhig. Was die Fliegen natürlich betraf.

00:16:54: Die Frage die sich mir aber stellt ist: Warum?

00:16:58: Also was treibt diesen Mann an und denkt er, er wird irgendwann fertig?

00:17:04: Vielleicht war der Ansicht, dass es sich unter den Fliegen rumspricht, dass man diesem Bereich besser meiden sollte, denn da ist er mit der Klatsche.

00:17:13: Aber noch interessante wäre ja gewesen: Wo hatte er die Fliegenklatsche denn her?

00:17:18: Hatte sie vor Ort gekauft oder womöglich von daheim mitgebracht?

00:17:21: Ein Rätsel, das mich bis heute begleitet.

00:17:25: Jedenfalls kann ich dir versichern... Nein!

00:17:27: Ich schwöre!

00:17:28: Das hat sich alles wirklich so zugetragen und mir fallen ja noch so viele Sachen ein, die ziemlich lustig waren.

00:17:36: Aber ich glaube, ich muss da irgendwann nochmal eine weitere Folge machen.

00:17:40: Du bist gefragt, hattest auch du schon einmal Erlebnisse wie diese?

00:17:44: Dann scheue dich dich nicht und schreib's mir unter podcast@kalpenstein.de.

00:17:48: Ich würd mich freuen!

00:17:49: Und natürlich haben mich wieder Fragen erreicht.

00:17:53: Renate hat mir eine Frage geschickt und zwar: Welche Figuren schreibst du am liebsten?

00:17:59: Die netten lustigen Figuren oder lieber die Bösewichter? Servus,

00:18:03: liebe Renate. Vielen lieben Dank für deine Frage.

00:18:07: Ja, da musste ich erst einmal überlegen.

00:18:10: Das ist wieder einmal gar nicht so leicht zu beantworten.

00:18:12: Also wichtig sind in meinen Romanen natürlich beide Charaktere. Denn durch witzige Szenen ist natürlich die Fallhöhe größer, wenn es plötzlich in der Geschichte rauer zugeht wie etwa bei einem Mord.

00:18:25: Und natürlich kann ich bei Figuren wie Felix Fink oder Frau Kneidinger in meiner Prost-Reihe aus dem vollen Schöpfen und wunderbare Dialoge zaubern. Und klar, dass diese Figuren sehr schnell zum Publikumsliebling werden können und im besten Fall den Erfolg eines Romans oder einer ganzen Reihe ausmachen.

00:18:44: Ich habe mir natürlich schon oft die Frage gestellt – wie wär's denn mal mit so einem richtigen Thriller?

00:18:49: Doch wie ich es drehe und wende, ich würde sehr schnell an einen Punkt kommen, an dem mir einfach etwas Humorvolles einfällt, das ich dann unbedingt einbauen muss.

00:18:59: Und schon wäre es wieder vorbei mit meinem Thriller.

00:19:02: Aber sag niemals nie!

00:19:05: Dennoch weiß ich, dass meine Leserinnen und Leser schon auch die etwas düsteren Figuren mögen wie etwa den Automechaniker Franz Steiner der immer etwas undurchsichtig daherkommt.

00:19:16: Und dem man einfach nicht trauen kann!

00:19:19: An dieser Figur gefällt mir zum Beispiel, dass er auch überraschend hilfsbereit daherkommen kann, wenn es der Dramaturgie gut tut.

00:19:26: Das ist dann der Moment in dem ich Figuren wie diese spannender finde als die Humorvollen.

00:19:31: Wäre Franz Steiner immer der nette Kumpel von nebenan, wäre es keine große Überraschung wenn er mitten in der Nacht aufstehen würde, um jemandem aus dem Ort Brunngries hilfsbereit zur Seite zu stehen.

00:19:43: Da man es jedoch nicht von ihm erwartet, macht das diese Figur in dem Augenblick spannender und auch ich habe bei solchen Szenen sehr viel mehr Spaß beim Schreiben.

00:19:53: Liebe Renate, um zu deiner Frage zurückzukehren: Es ist situationsbedingt und lässt sich für mich nicht pauschal beantworten.

00:20:01: Ich würde sagen, dass ich die Figuren am liebsten schreibe, die am meisten überraschen.

00:20:06: Somit ist es bei näherer Betrachtung nicht unbedingt die Figur an sich, die mir beim Schreiben Freude bereitet, sondern das, was sie in einer Situation ausmacht.

00:20:16: Und somit sind es diese Szenen, die für mich ausschlaggebend sind!

00:20:21: Das ist ja das Schöne am Schreiben. Wie sang Pippi Langstrumpf so schön? 

00:20:33: Ich mache mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt. Das ist doch mal das perfekte Schlusswort. Ja, das hat jetzt wieder richtig Spaß gemacht mit dir ein bisschen zu quatschen, und ich hoffe wie in jeder Folge, dass sich dich auch diesmal wieder deinem Ziel ein Buch zu schreiben, etwas näher bringen oder dich zumindest unterhalten konnte.

00:20:46: Hör doch gerne wieder bei meiner nächsten Folge vorbei!

00:20:49: Mich würde es freuen und wenn du magst dann abonniere einfach meinen Podcast damit du nichts verpasst.

00:20:55: Servus und bis bald!

00:20:56: Seid's gut zueinander, denn wenn es wir nicht sind, wer dann? Euer Friedrich.

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