Die Magie der ersten Lesung (Die Vorbereitung)
Shownotes
In dieser Folge plane ich mit dir deine allerersten Lesung – von der Auswahl der richtigen Romanpassagen bis zur perfekten Vorbereitung für einen unvergesslichen Abend. Ich erzähle, wie gesunde Aufregung dein Verbündeter wird und verrate dir, warum ein bisschen Nervosität sogar hilfreich ist. Mit persönlichen Anekdoten, Tipps aus meinem Autorenalltag und praktischen Beispielen zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du souverän und authentisch auftrittst. Außerdem beantworte ich wieder spannende Hörerfragen und gebe Einblicke, warum ich meine Figuren nie komplett preisgebe. Wenn du wissen willst, wie du dein Publikum begeisterst und dabei ganz du selbst bleibst, dann hör unbedingt rein!
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00:00:00: Deine erste Lesung.
00:00:02: Was für ein großer Moment!
00:00:04: Machen wir uns nichts vor, du wirst aufgeregt sein. Aber das macht nix.
00:00:08: Natürlich solltest Du aber auch nicht in Panik ausbrechen.
00:00:11: Gesunde Aufregung bedeutet, dass dir etwas daran liegt.
00:00:15: Ich habe eine gute Nachricht für dich. Du kannst einiges dafür tun, dass du trotz deiner Anspannung die Kontrolle behältst.
00:00:23: Das Zauberwort dafür heißt Vorbereitung. Servus und hallo, mein Name ist Friedrich Kalpenstein.
00:00:51: Ich bin Autor der Herbert-, Prost- und Salute-Reihe.
00:00:56: In diesem Podcast geht's um Schreiben und ich erzähle dir aus meinem Leben als Autor und selbstverständlich ein bisschen darüber hinaus!
00:01:03: Und am Ende beantworte ich dann gern wieder Fragen, die mir gestellt wurden.
00:01:13: Also gestern Abend habe ich noch ein bisschen doch Social Media durchgescrollt und bin dann bei ein paar Schlagerinterpreten hängen geblieben, die ihre neuen Songs beworben haben.
00:01:24: Und ist ja klar, wenn du dich länger bei einem Thema aufhältst, dann sagt sich der Algorithmus: Hey, das interessiert den, da überschütte ich ihn doch gleich mit ähnlichen Beiträgen!
00:01:35: Und das ist meiner Meinung nach einer der großen Nachteile an Social Media.
00:01:40: Denn bleibst du bei etwas hängen, dass dich runterzieht,
00:01:43: dann hast Du nach kürzester Zeit das Gefühl, die ganze Welt da draußen ist schlecht, weil auf Insta und Co. nur noch dieses Zeug vorgespielt bekommt.
00:01:51: Jedenfalls sprang diesen Schlagerinterpreten dort im Netz der Reihe nach neben natürlich auch vielen netten Kommentaren, auch viel Negatives gegen.
00:02:01: Hauptsächlich ging es da so richtig schmutzig zu aufgrund der Texte.
00:02:06: Kann jeder ... so billig ...
00:02:09: dumme Texte ohne Sinn ... waren zum Teil noch die netteren Zeilen.
00:02:14: Und da stellt sich doch die Frage, was regt man sich denn da drüber auf?
00:02:17: Es gibt Millionen von Songs in den verschiedensten Genres.
00:02:21: Also, es juckt doch nicht, wenn mir da irgendwas nicht gefällt... dann höre ich's eben nicht, oder?
00:02:27: Worauf ich jedoch hinaus will ist was völlig anderes!
00:02:30: Also heute morgen wurde ich von F. R. David geweckt.
00:02:33: Words.
00:02:33: Kennst du bestimmt noch oder?
00:02:34: Ich hab das Lied geliebt damals in meiner Jugend, ich habe es rauf und runter gehört. Und ich kann mich noch gut erinnern, wie ich damals im Hochsommer bei heruntergelassener Jalousie in meinem Kinderzimmer mit einer selbst gebastelten E-Gitarre stand.
00:02:49: Auf der Nase eine Sonnenbrille und auf dem Schreibtisch stand eine Apparatur, die ich selbst gebaut hatte.
00:02:55: Und zwar habe ich eine kleine Taschenlampe auf einem Motor von Fischer-Technik montiert... ...und dann hat sich das Ding die ganze Zeit gedreht!
00:03:04: So hab' ich dieses Lied performt – mit unglaublichen Lichteffekten.
00:03:09: Das waren noch Zeiten, als wir selbst kreativ waren, weil es noch keine Handys gab.
00:03:15: Aber jetzt kommt's!
00:03:17: Hast du schon mal den Text ins Deutsche übersetzt?
00:03:20: Ich bin ja Dienstleister.
00:03:22: Ich mach das mal für dich.
00:03:23: einen Moment bitte.
00:03:27: Nun ich bin nur ein Musikant.
00:03:29: Melodien sind für meinen besten Freund, aber meine Worte kommen falsch rüber. Mädchen,
00:03:35: ich offenbare dir mein Herz und hoffe, dass du glaubst, das es wahr ist.
00:03:40: Denn Worte fallen mir nicht leicht!
00:03:43: Wie kann ich dir zeigen, dass ich dich liebe?
00:03:46: Worte fallen mir nicht leicht!
00:03:47: Und so weiter... Also ganz
00:03:50: ehrlich?!
00:03:54: Kurz darauf war ich dann im Bad und es kam aus dem Radio Justin Bieber und Nicki Minaj oder?
00:04:02: Mit Beauty and the Beast! Ein absoluter Nummer-Eins-Hit.
00:04:10: Aber hast du diesen Song schon mal ins Deutsche übersetzt?
00:04:13: Freilich, mache ich das für dich.
00:04:15: Moment!
00:04:16: Da kommt er wieder, der Dienstleister.
00:04:19: Körper bewegen sich. Mädchen,
00:04:21: ich kann fühlen wie sich dein Körper bewegt.
00:04:23: Ich verbeuge mich vor dir.
00:04:25: Du bist das Heißeste jetzt.
00:04:27: Wir werden feiern als wäre es das Jahr 3012 heute Nacht.
00:04:31: Ich will dir die feineren Dinge des Lebens zeigen.
00:04:34: Also vergesse die Welt.
00:04:36: wir sind jung heute nacht ... und so weiter.
00:04:39: Weißt du was ich mich frage?
00:04:41: Engländer und Amerikaner hören ja auch hauptsächlich englischsprachige Musik.
00:04:46: Das bedeutet doch im Umkehrschluss, dass die diese Texte genauso hören wie eben wir durch die Übersetzung!
00:04:53: Und ich glaube – sie beschweren sich nicht.
00:04:55: Ich bin mir sicher bei uns ist es der Coolness-Faktor Schlager ... Paah!
00:05:01: Aber wehe, die haben drei Sektchen im Gesicht um befinden sich in einer Hotelbar.
00:05:07: Dann sind die aber bei Drei auf dem Tisch und grölen lauter als Atemlos durch die Nacht, also ob es keinen Morgen gäbe.
00:05:13: Soll ich da sagen wie das bei mir ist?
00:05:15: Ich höre fast alles!
00:05:16: Weil ich nicht auf eine bestimmte Richtung gepolt bin.
00:05:19: Was ich höre ist Musik – und das ist mir total egal, ob Schlager, Rock, Techno oder Pop ist….
00:05:25: Und wenn ich in einem Bierzelt sitze, dann freue mich über Blasmusik.
00:05:29: Einfach immer so, wie's passt und wie die Stimmungslage ist.
00:05:32: Und wenn niemand Schlager, Pop oder Rock nicht mag, dann soll er oder sie es einfach nicht hören aber auch nicht verlangen, dass es die ganze Welt nicht mehr hören darf.
00:05:41: Das wäre ja schon ein bisschen anmaßend, oder?
00:05:44: Außerdem... Es geht ja eh nix über Musik aus den Achtzigern!
00:05:48: Eieieiei ..., jetzt hab ich's selbst gemacht.
00:05:51: ALSO. Ein Hoch auf die Musik!
00:05:57: So, heute gehts weiter.
00:05:59: In der letzten Folge dieses Podcasts haben wir damit begonnen, über deine erste Lesung zu sprechen.
00:06:05: Und ich finde – wir haben das schon ein ganzes Stück geschafft oder?
00:06:08: Wir haben den Leseort, der Termin ist gesetzt und du weißt aus welchem Roman du lesen wirst.
00:06:14: Und vermutlich wirst du vorab gefragt wie lange deine Lesung dauern wird!
00:06:19: Und damit sind wir schon beim nächsten Punkt, der deine Aufmerksamkeit benötigt… die Vorbereitung!
00:06:31: Sehr gerne teile ich mit dir meine Erfahrungen und vielleicht ist er für dich etwas dabei.
00:06:36: Und an dieser Stelle erwähne ich immer wieder gerne, dass die Tipps, die ich in diesem Podcast gebe, meine Erfahrungen sind, die ich gemacht habe – Dinge, die bei mir funktioniert oder eben nicht funktioniert haben.
00:06:48: Das kann bei dir selbstverständlich ganz anders sein.
00:06:50: Nimm also das was ich dir erzähle gern als Hilfestellung oder Anregung, und probiere einfach aus, was dir zusagt oder was du dir vorstellen kannst!
00:07:01: Wenn ich auf meine Lesungen zurückblicke, dann haben sich etwa zwei Stunden bewährt.
00:07:05: Diese zwei Stunden beinhalten die Begrüßung, zwei Leseblöcke und natürlich auch eine Pause.
00:07:11: Die anschließende Signierstunde rechne ich dabei nicht mit ein, weil du die Länge nicht kalkulieren kannst.
00:07:16: Der erste Leseblock dauert bei mir meist 45 Minuten, der zweite etwa 40 Minuten.
00:07:22: Nach der Pause ist es besser nicht nochmals die volle Länge aufzurufen.
00:07:26: Die Pause selbst ist mit zwanzig Minuten, denke ich mal, ganz gut gerechnet.
00:07:31: Sie sollte nicht zu kurz sein, damit deine Gäste sich etwas zu trinken holen und vielleicht auch die Toilette aufsuchen können.
00:07:39: Und wenn die Pause zu lang ist, dann wird's mit jeder Minute schwerer dein Publikum wieder in deine Geschichte zu ziehen.
00:07:47: Deine erste Lesung, was für ein großer Moment!
00:07:51: Machen wir uns nichts vor du wirst aufgeregt sein aber das macht nix.
00:07:55: Ganz im Gegenteil.
00:07:56: Wenn wenn du aufgeregst bist, dann bist auch fokussierter.
00:08:00: Natürlich solltest du aber nicht in Panik ausbrechen.
00:08:03: Gesunde Aufregung bedeutet, dass dir etwas daran liegt.
00:08:07: Ich habe eine gute Nachricht für dich. Du kannst einiges dafür tun, dass du trotz deiner Anspannung die Kontrolle behältst.
00:08:15: Das Zauberwort dafür heißt Vorbereitung!
00:08:20: Zuallererst macht es Sinn, die Passagen deines Romans herauszusuchen, aus denen du lesen möchtest.
00:08:27: Niemand kennt deinen Roman besser als du.
00:08:30: Aus diesem Grund wirst du sicher schnell fündig werden.
00:08:33: Ich beginne bei einer Lesung meist mit dem ersten Kapitel, da die Gäste des Abends somit den Einstieg in die Geschichte erleben und zu Beginn vermutlich auch bei deinem Roman die Richtung eingeschlagen wird – wohin die Reise geht!
00:08:46: Es ist quasi ein erstes Kennenlernen mit der Umgebung, in der dein Roman spielt und im besten Fall lernt man auch schon die ersten Protagonisten kennen….
00:08:55: Der einzige Grund meiner Meinung nach, eine starke Passage mitten aus deinem Roman zu lesen, wäre eine kurze Lesung auf einer Buchmesse zum Beispiel.
00:09:03: Also am Stand deines Verlags!
00:09:05: In zwanzig oder fünfundzwanzig Minuten kannst du nicht tief in deine Geschichte eintauchen.
00:09:10: Hier geht es viel mehr darum, eine Stimmung zu erzeugen, damit dem Publikum schnell begreift, wohin die Reise geht.
00:09:17: In dem Fall ist es allerdings nötig, dass du in ein paar Sätzen vorab erzählst, um was es in deinem Roman geht und wo wir uns befinden, bevor du in eine Szene einsteigst.
00:09:28: Wir haben also jetzt die möglichen Passagen des Romans festgelegt, die infrage kommen.
00:09:34: Also starten wir mit dem ersten Kapitel. Mit einer Stoppuhr bewaffnet lese ich laut um zu wissen, wie lange es dauert.
00:09:41: Wenn ich das weiß, begebe ich mich auf die Suche nach dem nächsten Kapitel, das an dieser Stelle gut passen würde.
00:09:48: Wenn es sich um einen Krimi handelt, versteht es sich von selbst, dass du am Ende deiner Lesung nicht verrätst, wer Mörderin oder Mörder ist.
00:09:56: Ich selbst habe aber auch noch nie einfach chronologisch von vorne weg ein Kapitel nach dem anderen dann weiter gelesen.
00:10:03: Bei einer Lesung aus einem meiner Provinzkrimis lese ich nach dem Einstieg und dem Mordfall gerne eine Passage, in der die ersten Erkenntnisse über die getötete Person, oder dem Tathergang auftauchen.
00:10:15: Es macht einfach keinen Sinn, voll in die ganze Ermittlung einzutauchen.
00:10:19: Dafür ist die Zeit dann auch zu kurz.
00:10:21: Versuch lieber dein Publikum bestmöglich zu unterhalten, und ihm einen guten Eindruck deines Romans zu vermitteln!
00:10:28: Auch für die weiteren Kapitel messe ich dann die Zeit.
00:10:31: Sollte es zu lang sein, habe ich bisher immer eine Stelle gefunden, an der ich die Zuhörer mit gutem Gewissen in die Pause entlassen konnte.
00:10:38: Denn im besten Fall hast du eine Stimmung erzeugt, in die deine Gäste gerne nach der Pause wieder zurückkehren, weil sie unbedingt wissen wollen wie es weitergeht.
00:10:49: Nach der Pause knüpfe ich dann nur selten an die Stelle vor der Pause an sondern wage einen Zeitsprung. Und damit dieser gelingt, solltest du die Zuhörer in Kenntnis setzen was zwischenzeitlich bis zu der Stelle an der es dann weiter geht, passiert ist.
00:11:04: Und somit hast Du eine wunderbare Möglichkeit die Aufmerksamkeit nach der Pause wieder auf dich zu lenken.
00:11:11: Und bevor ich erzähle, was zwischenzeitlich in der Geschichte geschehen ist, trete ich mit meinem Publikum im Kontakt.
00:11:18: Dazu erzähle ich aus meinem Schreiballtag oder eine Anekdote, die mir während der Recherche zu diesem Roman passiert ist, und so weiter.
00:11:25: Ein kleiner Einblick ist immer gut, wie du auf die eine oder andere Idee gekommen bist,
00:11:30: woran haust du am längsten gefeilt?
00:11:33: Sowas lieben deine Zuhörerinnen und Zuhörer, und es ist auch ein gewisser Mehrwert, den es nur auf einer Lesung gibt, nämlich auf deiner.
00:11:42: Denn wenn Menschen zu einer Lesung gehen, dann tun sie das meist nicht nur um eine Geschichte zu hören – sie wollen auch die Person kennenlernen, die diese Geschichte geschrieben hat!
00:11:51: Es gibt viele Menschen, die davon träumen selbst ein Buch zu schreiben und du kannst sie inspirieren indem du ein wenig hinter die Kulissen blicken lässt.
00:11:59: Schreibt dir also eine kleine Übersicht auf und plane deine Lesung ganz genau durch.
00:12:05: Diesen Plan kannst du auch gut auf deinem Tisch, an dem du liest, zurechtlegen.
00:12:09: Niemand wird es dir übel nehmen wenn du kurz einmal draufspickst, wenn du den Faden verloren hast!
00:12:15: Ein notierter Ablauf gibt dir dann die Sicherheit und bewahrt dich davor deine geplante Struktur zu verlassen.
00:12:21: Auch kann ich dir als Tipp mitgeben, dass du es zu Beginn auch charmant ansprechen kannst, wenn du etwas aufgeregt bist.
00:12:28: Das ist nur menschlich und macht dich bestimmt von der ersten Minute an sympathisch.
00:12:33: Dann wirst du sehen, sobald Du das gesagt hast, schwindet auch immer mehr deine Aufregung.
00:12:45: Und nun hast du also die Passagen deines Romans gefunden mit denen du den ersten und zweiten Teil deiner Lesungen füllen kannst!
00:12:52: Nun kannst du dich dran machen, deinen Auftritt, also deine Lesung weiter vorzubereiten.
00:12:57: Spiele einfach den Abend von Anfang bis zum Ende durch.
00:13:01: Oder weißt Du was?
00:13:02: Das machen wir jetzt schnell gemeinsam.
00:13:05: Stell dich einfach vor den Spiegel und stelle dich vor.
00:13:08: Wer du bist, woher du kommst und wie lange du schon schreibst.
00:13:12: Wenn es der Fall ist, dann erzähle auch welche Romane du bereits veröffentlicht hast. Denn die Eröffnung einer Lesung ist auch eine Art Selbstmarketing.
00:13:20: Falls du nicht schon hauptberuflich schreibst, dann kannst du auch gerne erzählen, was in deinem anderen Leben arbeitest.
00:13:26: Ich erzähl immer noch, was mein Beruf war, bevor ich hauptberuflich Autor wurde.
00:13:31: Stelle das Programm dann kurz vor, weil ... es ist fürs Publikum immer schön, wenn es einigermaßen weiß, was passieren wird.
00:13:38: Und ganz ganz wichtig was du zu Beginn auf keinen Fall vergessen darfst ... dich beim Team der Buchhandlung oder der Bücherei zu bedanken.
00:13:47: Diese Wertschätzung haben die Menschen dort verdient und es gibt sicher auch einen Applaus.
00:13:52: Du kannst auch gerne erzählen wie es zu dem Kontakt kam. Auch wenn du selbst aktiv geworden bist.
00:13:58: Vielleicht hast du das Gefühl, es würde vielleicht komisch wirken wenn das Publikum erfährt, dass man dich nicht angefragt hat?
00:14:05: Das ist völlig egal.
00:14:06: Mach's trotzdem!
00:14:08: Wenn es sich natürlich für Dich gut anfühlt.
00:14:10: Ich finde es ist ehrlich und zeigt deine Einsatzbereitschaft und deinen Willen, Menschen zu unterhalten.
00:14:16: Denke dir immer, dass auch die ganz ganz großen Autoren einmal mit dem ersten Roman begonnen haben.
00:14:22: Ja und dann startet eigentlich schon die Lesung.
00:14:26: Ich leite sie stets mit ein paar Sätzen über den Roman ein, also wo befindet man uns,
00:14:30: welche Tageszeit herrscht und dann geht es auch schon los.
00:14:34: Und nun befindest du dich auf sicherem Boden, nämlich in deiner Geschichte.
00:14:38: Jetzt bist du warm mit dir und deine Umgebung und kannst etwas entspannen, weil du einen sicheren Text hast, den du ablesen kannst.
00:14:46: Sei ehrlich..., wie genial ist das denn?
00:14:48: Ich markiere mir übrigens in meinem Buch, aus dem ich vorlese, immer Stellen, über die ich vielleicht stolpern könnte.
00:14:54: Ich streiche auch manchmal Stellen wie etwa: Sagte er oder Rief sie ihm zu ... oder Ähnliches.
00:14:59: Bei einer Lesung wirst du sowieso ein wenig mit der Stimme spielen. Und deshalb lasse ich solche Sachen weg damit's den Lesefluss nicht bremst.
00:15:07: Auch ein längerer Dialog benötigt bei einer Lesungen solche Zusätze nicht, weil ohnehin dank deiner Stimme offensichtlich ist, wer gerade spricht.
00:15:15: Ja, und nun liegt es an dir, ob du hier schon ein wenig aus deinem Schreiballtag erzählst oder Hintergrundinformationen mit deinem Publikum teilst.
00:15:23: Und du kannst das natürlich auch gleich nach der Pause machen.
00:15:26: Vielleicht fragst du dich an dieser Stelle warum du nicht gleich zu Beginn schon sehr viel zu deinem Roman erzählen solltest, um dich danach voll und ganz auf die Lesung konzentrieren zu können.
00:15:37: Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch im Publikum die eine oder andere Person sitzt, die aufgeregt ist.
00:15:43: Das Publikum muss auch untereinander erst einmal warm werden.
00:15:46: Es sind sicher Menschen darunter, die vielleicht selten abends unter Leute gehen und jeder dort ist vor den anderen fremd und viele gehen vielleicht auch allein zu deiner Lesung.
00:15:56: Gut möglich das zu Beginn noch nicht die Resonanz zu dir durchdringt, damit du dich sicher fühlst.
00:16:02: Somit kann es eben verunsichern für dich wirken, wenn das Publikum nicht reagiert und du wirst sehen, dass nach etwa zwanzig Minuten und besonders nach der Pause die Gäste deiner Lesung um einiges lockerer sind und auch viel mehr Bereitschaft zeigen, eine Frage zu stellen.
00:16:19: Und wenn das passiert, dann ist es absolut perfekt für dich.
00:16:21: Denn eine Sache ist sicher!
00:16:23: Du wirst jede Frage die deine Geschichte oder deinen Schreiballtag betrifft, perfekt beantworten können, weil es dein Fachgebiet ist.
00:16:32: Und zu guter Letzt solltest du dir während deiner Vorbereitung nochmal überlegen, mit welchen Sätzen du dein Publikum verabschieden willst.
00:16:40: Vielleicht gibst du einen kleinen Ausblick was sonst noch in deinem Roman passiert aus dem du gelesen hast, oder du kannst stolz verkünden, dass du bereits an einer Fortsetzung schreibst.
00:16:50: Bedanke dich fürs Zuhören und nochmal beim Team.
00:16:52: Und bestimmt findest du noch ein paar persönliche Worte, die deine Lesung wunderbar abrunden und mit denen du dein Publikum mit einem guten Gefühl entlassen kannst!
00:17:07: Na? Lust drauf, sofort in die Vorbereitung zu gehen?
00:17:11: Also ich kann dir verraten, es macht riesig Spaß.
00:17:13: Du wirst schon sehen. Und beim nächsten Mal sprechen wir dann über den großen Abend, deine Lesung vor Publikum. Und da gibt's wirklich viel zu besprechen, weil es sehr viel gibt,
00:17:24: was du beachten solltest!
00:17:26: Wenn es zu diesem oder anderen Themen Fragen oder Anmerkungen gibt, dann scheue dich nicht und schreibe unter podcast(at)kalpenstein.de.
00:17:34: Mich würd's freuen! Und natürlich haben mich wieder Fragen erreicht. So auch von Natalia.
00:17:44: Hallo liebe Natalia. Ich grüße Dich. Hier deine Frage. Wie sieht denn Herbert eigentlich aus?
00:17:51: Eigentlich muss er doch ganz gut aussehen, er kommt ja gut an bei der Damenwelt.
00:17:56: Oder macht das sein Charme oder der trockene Humor?
00:18:00: Bei Hans habe ich irgendwie direkt ein Bild im Kopf und bei Anja auch – bei Herbert will es mir einfach nicht gelingen!
00:18:07: Immer wieder schön, solche Fragen, ich bin da richtig stolz drauf!
00:18:11: Liebe Natalia, ich weiß natürlich ganz genau wie Herbert, Hans, Anja und auch Oscar aussehen….
00:18:17: Denn zu diesem Zweck habe ich für jeden Roman und natürlich auch für jede Reihe einen Figurenkatalog.
00:18:24: Dadurch kann ich mir meine Protagonisten beim Schreiben richtig gut vorstellen, es gibt dann keine Verwechslung der Haar- oder Augenfarbe.
00:18:32: Ich würde jedoch niemals das Bild eines Protagonistens veröffentlichen!
00:18:37: Gegenfrage. Hast du schon mal ein Buch gelesen und dann die Verfilmungen angeschaut?
00:18:42: Meist ist man doch ein wenig enttäuscht, oder?
00:18:45: Weil man sich das Setting und auch die Hauptdarsteller einer Geschichte beim Lesen ganz anders vorgestellt hat.
00:18:51: So geht es dir jetzt ja auch schon bei Hans oder bei der
00:18:53: Anja.
00:18:54: Jeder von uns entwickelt beim Lesens eine gewisse Vorstellung – diese Vorstellung ist für jede Person eine andere.
00:19:01: Das Bild eines Protagonisten zu veröffentlichen kann also bedeuten, dass man Enttäuschung auslöst.
00:19:07: Natürlich wird es auch Menschen geben, die sagen würden: Genauso habe ich mir sie oder ihn vorgestellt.
00:19:12: Oder der Protagonist gefällt vielleicht sogar noch besser als in der eigenen Vorstellung.
00:19:17: Aber im Großen und Ganzen jedoch wird man den Geschmack nur sehr schwer treffen. Und deshalb überlasse ich das eurer Fantasie, wie meine Protagonisten aussehen.
00:19:27: Das ist auch der Grund dafür, weshalb bei mir keine Gesichter auf Buchcover zu finden sind.
00:19:32: Außer natürlich ..., große Ausnahme, es handelt sich um meine Dackeldame Resi.
00:19:39: Aber ganz ehrlich, die ist aber auch wirklich eine Hübsche!
00:19:43: Achtung! Autor verliebt.
00:19:49: Ich kann dir jedoch versichern, dass Herbie gut bei der Damenwelt ankommt.
00:19:54: Er ist jetzt kein Modeltyp und darauf legt er aber auch wirklich großen Wert.
00:19:59: Es vielmehr ein Typ von nebenan, den man gern um sich hat.
00:20:02: Außer natürlich, du bist sein Nachbar aus Teil 8 mit dem Titel "Finale".
00:20:07: Du weißt schon der mit dem Pool im Garten. Der bevorzugt es sicherlich, wenn jeder auf seiner Seite der Hecke bleibt.
00:20:14: Ja, liebe Natalia,
00:20:16: also jetzt habe ich natürlich deine Frage nicht dahingehend beantwortet, wie denn der Herbie ausschaut.
00:20:22: Aber ich denke du verstehst meinen Standpunkt. Und jetzt machst einfach nochmal ganz fest die Augen zu und stellst dir den Herbert vor, und dann wirst Du ihn mit Sicherheit vor dir sehen und du denkst: Oh! Schaut er gar nicht so schlecht aus.
00:20:37: Das hat jetzt wieder richtig
00:20:38: Spaß gemacht mit dir
00:20:39: ein bisschen zu quatschen und ich hoffe wie in jeder Folge, dass ich dich auch diesmal wieder deinem Ziel, ein Buch zu schreiben, etwas näher bringen oder dich zumindest unterhalten konnte.
00:20:49: Hör doch gern wieder rein bei meiner nächsten Folge!
00:20:52: Ich würde mich freuen und wenn du magst, dann abonnier doch einfach meinen Podcast, damit du nichts verpasst.
00:20:58: Servus und bis bald!
00:21:00: Seids gut zueinander denn... wenn's wir nicht sind, wer dann?
00:21:03: Euer Friedrich! Alle zwei Wochen frisch aufgebrüht von Friedrich Kalpenstein.
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