Die Magie der ersten Lesung (Es ist soweit - Dein Auftritt)
Shownotes
In dieser Folge nehme ich dich mit hinter die Kulissen: Ich verrate meine erprobten Strategien für den perfekten Auftritt bei Lesungen – von Technik und Vorbereitung bis zu authentischem Kontakt mit dem Publikum. Freu dich auf Einblicke, praktische Tipps und Anekdoten, die dich inspirieren und bestens unterhalten werden. Sei dabei und erfahre, wie du deine nächste Lesung souverän meisterst!
Außerdem beantworte ich eine spannende Hörerfrage zu meinen persönlichen Schreibritualen und lasse dich an meinem Tagesablauf als Autor teilhaben. Viel Vergnügen mit dieser Folge.
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00:00:00: Ich hatte auch schon eben diese Fälle im Publikum sitzen, bei denen ich jeden Moment damit gerechnet hatte, dass er oder sie gleich aufsteht und geht.
00:00:09: Und dann bei der Signierstunde stellte sich heraus, dass diese Person sehr gut unterhalten wurde, war total begeistert von meiner Lesung, und hat auch schon viel von mir gelesen. Holte sich eine Signatur ins mitgebrachte Buch und machte dann noch ein Selfie mit mehr.
00:00:24: Ja, so kann es auch gehen.
00:00:47: Servus und hallo, mein Name ist Friedrich Kalpenstein.
00:00:51: Ich bin Autor der Herbert-, Prost- und Salute-Reihe.
00:00:55: Bisher habe ich über eine Million Bücher verkauft und kann auf einige Bestseller zurückblicken.
00:01:01: In diesem Podcast geht es um Schreiben und ich erzählte aus meinem Leben als Autor und selbstverständlich ein bisschen darüber hinaus.
00:01:09: Am Ende beantworte ich gerne wieder ein paar Fragen, die mir gestellt wurden!
00:01:16: Soll ich dir mal was sagen?
00:01:17: Ich hab in meiner Schreibwerkstatt eine neue Kaffeemaschine.
00:01:21: Eigentlich habe ich immer gedacht, die brauche ich nicht und wenn ihr ein Kaffee möchte, dann gehe ich einfach eine Etage tiefer.
00:01:26: Da steht ein Kaffeevollautomat!
00:01:28: Ja und was soll ich sagen?
00:01:30: Jetzt war ich auf Recherche-Reise und hab abends im Fernsehen eine Werbung einer Tchibo-Kapselmaschine gesehen.
00:01:36: Soll keine Werbung sein, krieg' nichts dafür, aber ihr sollt ja wissen um was es geht.
00:01:41: Total stylisch schaut diese Maschine aus hat auch nicht viel gekostet.
00:01:45: Aber Kapseln, da war ich ein bisschen unschlüssig.
00:01:47: Du musst wissen... ich schaue wirklich darauf, dass ich der Umwelt nicht allzu viel Schaden zufüge und deshalb habe ich mich bisher immer von Kapseln abgewandt.
00:01:57: Da ich aber eh auf Recherchereise war, hab' ich diese Kapselen der Qbo-Maschine, so heißt sie, recherchiert.
00:02:04: Ja und was soll ich sagen?
00:02:05: Kein Aluminium, keine fossilen Rohstoffe wie zum Beispiel Erdöl, und voll recyclebar.
00:02:11: Unter Kaffee der drinnen steckt: Bio, Fairtrade und zertifiziert.
00:02:16: Und schwupps, am nächsten Tag war diese Maschine umgehend in unserem Kofferraum!
00:02:20: Ich dachte mir, eine Schreibwerkstatt braucht auch eine eigene Kaffeemaschine die mich nicht so lange von der Arbeit abhält und um die ich mich nicht kümmern muss.
00:02:29: Ja und jetzt ist natürlich bei mir immer so, dass solche Projekte... ja wie sage ich es am besten... sie arten einfach immer ein bissel aus. Vorneweg, der Kaffee schmeckt absolut spitze.
00:02:42: Nur wollte ich die Maschine nicht einfach auf meinem Sideboard abstellen.
00:02:46: Im Hotel in dem wir waren, stand eine dieser Maschinen auf einem wunderschönen Tablett, und das fand ich ja extrem stylisch. Und dann hat es nicht lange gedauert bis ich ein solches Tablet gefunden habe.
00:02:59: Aber nein!
00:02:59: Das reicht im Kalpi natürlich nicht.
00:03:02: Was, wenn ich Gäste hab' und die Zucker möchten?
00:03:04: Ich selbst trinke meinen Kaffee ohne Zucker.
00:03:06: Dennoch habe ich Zuckersticks gekauft. Selbstverständlich ebenfalls Fairtrade. Doch ich konnte dieses Sticks nicht einfach so aufs Tablett legen.
00:03:14: Es hätte ja total komisch ausgeschaut!
00:03:17: Also suchte ich nach einem passenden Organizer.
00:03:20: Der war natürlich auch schnell gefunden und steht nun ebenfalls auf dem Tablett.
00:03:26: Aber es geht ja noch weiter.
00:03:27: Dieser Organiser hat drei Fächer. In eines kommen die Sticks, in das zweite die Kapseln.
00:03:33: Problem: Ein Fach war frei, und damit kann ich ja überhaupt nicht umgehen.
00:03:37: Also habe ich kleine Espresso-Löffel besorgt, alles hat jetzt seine Ordnung!
00:03:43: Nächste kleine Herausforderung?
00:03:45: Ich brauchte Tassen, denn normalerweise, wenn ich ein Stockwerk tiefer meinen Kaffee nach oben hole, dann nehme ich natürlich auch von unten die Tasse mit. Und die sollten natürlich zur ganzen Ausstattung passen.
00:03:56: Also stehen dort jetzt Espressobecher in mattschwarz ohne Henkel, schaut total super aus, und dazu passen Kaffeetassen in der gleichen Farbe falls ich einen normalen Kaffee trinke.
00:04:08: Ja und wer nun denkt, dass es das war?
00:04:10: Lange Rede kurzer Sinn!
00:04:12: Das war's noch nicht. Denn irgendwie gefiel mir dieses ganze Arrangement auf meinem Sideboard überhaupt nicht. Das Ganze steht jetzt mittlerweile auf einem kleinen Schränkchen, dass ich ebenfalls besorgt habe.
00:04:24: Das genau so groß ist wie das Tablett.
00:04:27: Super!
00:04:27: Jetzt bin ich zufrieden.
00:04:29: So schaut es aus, wenn mit dem Kalpi die Pferde durchgehen.
00:04:33: Angefangen hat alles mit einer kleinen Maschine, und jetzt steht hier eine kleine Kaffeestation, die zum Verweilen einlädt.
00:04:40: Aber schee is' scho. Übersetzung:
00:04:43: Schön ist es schon!
00:04:49: Jetzt müssen wir aber unbedingt loslegen, weil wir haben ja keine Zeit.
00:04:52: Teil Drei und somit der letzte zum Thema Lesungen!
00:04:56: Denn nun ist er da – Der große Tag deiner Lesung.
00:05:01: Und da warten viele Dinge, die beachtet werden sollten.
00:05:05: Gerne teile ich mit dir meine Erfahrungen.
00:05:07: Vielleicht ist für dich etwas dabei.
00:05:09: Und an dieser Stelle erwähne ich immer wieder gern, dass die Tipps, die in diesem Podcast gebe, meine Erfahrungen sind, die ich gemacht habe – Dinge, die bei mir funktioniert oder eben nicht funktioniert haben und das kann bei dir selbstverständlich ganz anders sein.
00:05:23: Nimm also das, was ich dir erzähle gerne als Hilfestellung oder Anregung und probier einfach aus, was dir zusagt oder was du dir vorstellen kannst.
00:05:37: Beginnen wir mit der Technik. Denn die solltest du idealerweise bereits im Gepäck haben, oder auch nicht. Aber da kommen wir gleich dazu.
00:05:45: Ich persönlich verlasse mich nur ungern auf fremde Technik. Gut..., vielleicht hat mich dahingehend meine Musiker-Vergangenheit ein bisschen geprägt, aber es können eben viele unerwünschte Überraschungen auf dich warten und dann ist es zu spät.
00:05:59: Zum Beispiel kann der Klang so wirken, als würdest du durch eine Gießkanne sprechen.
00:06:03: Und ganz ehrlich, also dann lieber ohne Mikrofon!
00:06:07: Kurz zu meinem Setup.
00:06:08: Das sieht folgendermaßen aus. Ich habe ein hochwertiges Head-Mikrofon. Kennst du bestimmt aus Talkshows, mit so Ohrbügel dran.
00:06:17: Das ist dann direkt vorm Mund eine kleine Kapsel.
00:06:20: Und das ist so leicht, dass ich es kaum spüre!
00:06:24: Es ist verbunden mit einem Funksender, damit ich maximale Bewegungsfreiheit habe.
00:06:28: Zum Beispiel kann ich jederzeit aufstehen und ins Publikum gehen ohne dass ich ein Mikrofon in der Hand trage.
00:06:35: Bei der Lesung selbst ist es dann von großem Vorteil, weil ich mein Buch mit beiden Händen halten kann und es auch beim Umblättern keine Probleme gibt.
00:06:44: Und noch ein Vorteil hat so ein Head-Mikro – besonders wenn du nicht gewohnt bist, vor Publikum zu sprechen und du sehr nervös bist!
00:06:50: Dann kann es sein, dass du etwas zitterst.
00:06:54: Mit einem Mikro in der Hand sieht das natürlich jeder.
00:06:57: Falls du aber dennoch einen Handmikro benutzen möchtest, gibt es natürlich auch die Möglichkeit eines Mikrofonständers.
00:07:04: Nachteil dabei, du hast dieses Mikro mit der Stange immer vor dem Gesicht und es verdeckt dich zum Teil.
00:07:11: Dennoch habe ich als Backup immer auch ein Handmikro dabei.
00:07:15: Der Grund dafür ist, dass die Kabel- und Stecker des Head-Mikros sehr filigran sind und schnell defekt sein können – Thema Kabelbruch!
00:07:22: Und deshalb solltest Du auch darauf vorbereitet sein.
00:07:25: Wichtig ebenfalls bei einer Funkstrecke: Ersatzbatterien. Was nutzt das beste Mikro,
00:07:31: der beste Funk, wenn du keinen Saft hast?
00:07:34: Das Ganze ist dann verbunden mit einem Säulen-Lautsprecher.
00:07:37: Großer Vorteil hier: Er ist innerhalb von drei Minuten aufgebaut.
00:07:41: Mit meinem könnte ich so bis zu hundertfünfzig Personen beschallen.
00:07:45: Für eine Bücherei oder einen Gemeindesaal ist es dann völlig ausreichend.
00:07:49: Jetzt noch ein vernünftiges Verlängerungskabel mit guter Länge und es kann losgehen!
00:07:54: Ich habe meine Technik gut in einem Case verbaut, welches du bei jedem Versand für Musiker bekommen kannst.
00:08:01: Das steht bei mir in der Schreibwerkstatt immer abfahrbereit und dadurch kann ich nichts vergessen, und bin sehr schnell mit dem Aufbau.
00:08:09: Ich würde sagen, dass ich innerhalb von fünfzehn Minuten lesebereit bin.
00:08:13: Perfekt auch, dass nach der Lesung alles eben so schnell wieder abgebaut ist!
00:08:18: Und darüber wirst du dich freuen, denn eine zweistündige Lesung, die ist nicht ohne.
00:08:23: Das soll jetzt aber natürlich nicht bedeuten dass du nicht auch ohne Mikrofon lesen kannst.
00:08:28: Natürlich geht es, auch ich habe die ersten Lesungen ohne Mikrofon abgehalten.
00:08:34: Doch ich hab dann natürlich auch schnell gemerkt, dass es mit Verstärkung einfach besser ist. Nicht nur weil du auch für die hinteren Reihen gut zu hören bist, sondern auch weil es immens deine Stimme schont.
00:08:46: Außerdem kannst du auf diese Weise flüstern wenn es deine Geschichte erfordert und auch im Allgemeinen wunderbar viel Gefühl in deine Sätze stecken. Für was du dich auch entscheidest, ist natürlich wie bei allem von deinem Budget abhängig.
00:09:02: Ich würde nur raten, lieber ein wenig zu warten, wenn es gerade ein bisschen knapp ist, denn wer billig kauft, kauft zweimal!
00:09:10: Und ja ich hatte auch schon Lesungen, bei denen ich mich um eine Anlage nicht kümmern musste – so zum Beispiel in Germering in der großen Stadtbücherei. Und das war total klasse und der Sound war einfach grandios.
00:09:23: Nur beim Mikro mache ich dann eben keine Kompromisse.
00:09:26: Das muss ebenso zu dir passen wie ein Paar Schuhe.
00:09:29: Ein Mikrofonbügel der zwei Stunden hinter deinen Ohren drückt, das macht wirklich überhaupt keinen Spaß!
00:09:35: Solltest du dich also für ein solches Mikrofon entscheiden, dann übe zu Hause deine Lesung auch damit.
00:09:40: Auf diese Weise könnt ihr zwei euch aneinander gewöhnen.
00:09:44: So, Thema Technik abgehakt und jetzt stehen wir kurz vor der Lesung.
00:09:49: Der Saal, der Raum, die Bücherei füllt sich.
00:09:53: In den letzten beiden Folgen haben wir über die Planung deiner Lesung gesprochen und jetzt ist er eben da, dein großer Tag.
00:10:04: Suche dir am besten in der Veranstaltungslocation einen Raum oder einfach einen anderen Ort, an dem du dich vorbereiten und zurückziehen kannst!
00:10:13: Ich habe schon alles ausprobiert, aber es hat sich einfach bewährt, vorher für zwanzig Minuten in sich zu gehen und das Programm nochmals durchzugehen. Wenn du schon am Platz sitzt, signierst du vielleicht schon vorab.
00:10:25: Die Zuhörerinnen und Zuhörer sprechen dich natürlich an, stellen Fragen usw.
00:10:30: Und das ist wirklich sehr schön!
00:10:34: Es kann auch beruhigen auf dich einwirken – es kann dich aber auch komplett aus dem Konzept werfen.
00:10:39: Ich habe schon wirklich viele Lesungen hinter mir und dennoch verschwinde ich für mindestens zehn Minuten, bevor's dann losgeht.
00:10:47: Außerdem kannst du auf diese Weise wunderbar Atemübungen machen, also auch deine Stimme ein bisschen aufwärmen und dich dann eben auf die Lesung vorbereiten.
00:10:56: Vielleicht weißt Du ja, dass ich schon auf Bühnen gesungen habe und da ist es natürlich noch wichtiger, die Stimme vorzubereiten.
00:11:03: Auch die Atmung spielt bei einer Lesung eine große Rolle. Doch ob singen oder lesen - das Hauptwerkzeug bei beiden ist deine Stimme und die sollte warm sein.
00:11:12: Ebenso ist es wichtig, dass Du genügend trinkst und an dem Tisch, an dem du dann sitzt sollte ausreichend Wasser parat stehen.
00:11:20: Natürlich ohne Kohlensäure!
00:11:23: Denn, was du jetzt wirklich nicht gebrauchen kannst, ist ein Schluckauf.
00:11:26: Habe ich auch schon gehabt.
00:11:27: War sehr unterhaltsam – für mich ein bisschen weniger.
00:11:31: Ja, und eine Sache möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht vergessen.
00:11:35: Lese aus einem richtigen Buch.
00:11:37: Natürlich kannst du deine Passagen ausdrucken und von einem Manuskript ablesen.
00:11:42: Auch einen E-Reader habe ich schon bei Lesungen entdeckt, doch ein richtiges Buch ist immer etwas charmanter und dadurch auch immer präsent für deine Zuhörerinnen und Zuhörer!
00:11:52: Und natürlich hab' ich auch einen Buchständer außer Acryl, auf dem auf dem Tisch das Buch, aus dem ich lese, jederzeit für jeden sichtbar ist.
00:12:04: Und jetzt geht's los... Wir haben ja bereits besprochen, dass du dich eingangs bei deinem Publikum fürs Kommen und bei den Veranstaltern für die Organisation bedanken solltest.
00:12:16: Sprich auch kurz an, was dein Publikum erwartet!
00:12:19: Natürlich kannst du dem Publikum auch ein paar Fragen stellen. Zum Beispiel, ob dich alle gut hören können, ob man schon etwas von dir gelesen hat usw.. Dir wird gleich zu Beginn vielleicht niemand antworten, weil alle noch ein bisschen scheu sind, doch du selbst hast etwas Zeit um dich zu erden, und um dich an dein Publikum ein bisschen zu gewöhnen.
00:12:40: Wichtiger Tipp, sprich auf jeden Fall langsam!
00:12:44: Das mag dir dann vielleicht komisch vorkommen und zu langsam, aber dann ist es wahrscheinlich genau richtig.
00:12:49: Wenn man ein bissel aufgeregt ist, dann neigt man dazu etwas zu hetzen, was sich auch der Aufregung geschuldet ist.
00:12:58: Lass dich nicht verunsichern, wenn kaum Reaktion kommt am Anfang.
00:13:02: Das kann völlig normal sein, weil das Publikum eben auch etwas auftauchen muss.
00:13:07: Und dann viel Spaß bei deiner Lesung!
00:13:16: Es vergehen fünf Minuten, du bist nicht mehr so aufgeregt, dann zehn Minuten, fünfzehn Minuten eine halbe Stunde und irgendwann dann so nach 45 Minuten etwa kommt deine Pause.
00:13:29: Lass dich auch hier nicht besonders lang in einen Gespräch verwickeln.
00:13:33: Vielleicht gehst du kurz raus an eine frische Luft, denn auch Du brauchst ein bisschen Zeit für Dich.
00:13:37: Und diese Pause glaubt mir die vergeht wie im Flug!
00:13:42: Und wie bereits schon in der vorherigen Folge erwähnt, fünfzehn bis zwanzig Minuten sind hier ideal.
00:13:47: Reflektiere die letzte Dreiviertelstunde, bist auf dem richtigen Weg,
00:13:51: hat alles funktioniert
00:13:52: wie du es dir vorgestellt hast? Was hat nicht so gut funktioniert?
00:13:56: Welches Publikum sitzt vor dir?
00:13:57: Das ist natürlich jedes Mal anders, aber das kriegst du natürlich auch schon dann so ein bisschen mit während dem Lesen.
00:14:03: Und gibt es Personen bei denen du spürst, dass sie dir wohl gesonnen sind. Oder sagt man wohlgesinnt? Hallo! Lektorat! Ich hätte eine Frage.
00:14:13: Ihr wisst schon was wir meine.
00:14:14: Also wenn ja, dann mach' es wie ein Musiker auf der Bühne.
00:14:19: Halte mit dieser Person dann im zweiten Teil immer wieder Blickkontakt und stell dir vor, du erzählst all das nur ihm oder ihr.
00:14:26: Auch das kann dir dann nämlich Sicherheit geben weil du dich dadurch selbst auch wohler fühlst.
00:14:32: Denn wenn du zum Beispiel immer wieder diese eine Person ansiehst die keine Mine verzieht, dann kann dich das unterbewusst auch ein bisschen verunsichern.
00:14:41: Ich muss dir kurz erzählen, ich hatte auch schon eben diese Fälle im Publikum sitzen, bei denen ich jeden Moment damit gerechnet habe, dass er oder sie gleich aufsteht und geht.
00:14:51: Und dann bei der Signierstunde stellte sich heraus das diese Person sehr gut unterhalten wurde, war total begeistert von meiner Lesung und hat auch schon viel von mir gelesen, holte sich eine Signatur ins mitgebrachte Buch und machte da noch ein Selfie mit mir.
00:15:06: Ja, so kann es auch gehen.
00:15:08: Ja, und dann startet der zweite Teil deiner Lesung.
00:15:12: Starte vielleicht mit einer kleinen Anekdote.
00:15:14: Ist irgendwas aus deinem Schreiballtag oder was dir auf eine Recherche-Reise passiert ist.
00:15:20: Da fällt dir dann schon etwas ein!
00:15:22: Und danach vielleicht dann eine kleine Zusammenfassung des ersten Teils, damit auch alle wieder reinfinden.
00:15:28: Und ab hier kannst du dich jetzt absolut austoben und aus dem Vollen schöpfen.
00:15:34: Ich mache da immer einen Sprung und nehme eine Passage aus dem Buch, die vielleicht sehr unterhaltsam ist.
00:15:39: Meine Bücher leben ja von Dialogen, ergo nehme ich eine Stelle bei der ich auch mit der Stimme so richtig loslegen kann, und hier zahlt sich dann natürlich wieder ein Mikrofon aus.
00:15:50: Zum Schluss kannst du vielleicht als besonders Schmankerl oder Zuckerl eine Passage lesen aus einem Buch, das du gerade noch schreibst.
00:15:59: Das ist immer toll für die Zuhörerinnen und Zuhörer, dass sie etwas geboten bekommen was sonst niemand hat, quasi ein Bonus, den es nur auf deiner Lesung gibt.
00:16:09: Und glaub mir, das weiß dein Publikum sehr zu schätzen.
00:16:12: Du hast es geschafft, du hast dein Publikum eineinhalb Stunden super unterhalten und hast deine Lesung hinter dich gebracht.
00:16:20: Und wie bereits in der vorherigen Folge erwähnt solltest du dich immer nochmals bei den Organisatoren bedanken und natürlich auch beim Publikum.
00:16:28: Und jetzt kommt der Zeitpunkt an dem du wunderbar Eigenwerbung betreiben kannst!
00:16:34: Ja das kannst du, dass darfst du und das solltest du sogar.
00:16:39: Das machst du nämlich nicht nur für dich, denn dein Publikum will es aus erster Hand wissen was vielleicht bald von dir kommt oder woran du gerade arbeitest.
00:16:47: Wo sie dich noch finden können?
00:16:49: Vielleicht bist Du auf der nächsten Buchmesse oder gibt es bald wieder eine Lesung von Dir?
00:16:55: Hast Du einen Podcast oder gibt's ein Newsletter?
00:16:58: Eine Webseite oder bist du in den sozialen Medien zu finden?
00:17:02: Dann hast Du jetzt die Chance es den Menschen mitzuteilen!
00:17:07: Wenn nicht jetzt, wann dann?
00:17:12: Ich selbst habe immer einen guten Schwung Bücher dabei, den ich der Bücherei oder dem Veranstalter für eine Verlosung kostenlos zur Verfügung stelle.
00:17:20: Teile deinem Publikum unbedingt mit, dass du diese Bücher gerne signierst!
00:17:24: Ich sag auch immer, dass man ein paar Fotos oder Selfies mit mir machen kann.
00:17:29: Das kannst Du ja dann etwas lustiger verpacken. Denn es gibt viele, die dahingehend Berührungsängste haben und sich vielleicht nicht fragen trauen.
00:17:37: Dem kannst Du auf diese Weise entgegenwirken.
00:17:39: Biete es an, du wirst sehen dein Publikum
00:17:42: nimmt dieses Angebot gerne wahr!
00:17:45: Jetzt hast du es geschafft, wie wir Bayern sagen und ich beglückwünsche dich recht herzlich dazu, dass Du Dich getraut hast, vor Publikums lesen.
00:17:54: Und Du wirst sehen,
00:17:55: es hat riesig Spaß gemacht und du hattest ein dankbares Publikum.
00:17:59: Denn eins kann ich dir versprechen wenn du erste mal deine erste Lesung hinter dich gebracht hast, freust Du dich schon beim Heimfahren auf die nächste Lesung.
00:18:09: Geh einfach ein paar Tage später nochmals in dich.
00:18:11: Was lief gut, wo könntest du noch was verbessern
00:18:14: und so weiter?
00:18:15: Dann wirst du nach und nach zum Profi!
00:18:18: Ich wünsch es dir!
00:18:21: Puh!
00:18:22: Das war jetzt aber ein Ritt.
00:18:23: Also ganz ehrlich, als ich mir vorgenommen hatte, über dieses Thema eine Podcast-Folge zu machen, da hätte ich ja niemals gedacht, dass gleich drei Folgen daraus werden würden.
00:18:33: Da sieht man mal wieder, dass man nicht alles planen kann.
00:18:37: Ich freue mich jedenfalls, wenn das eine oder andere für dich dabei war, das du umsetzen kannst.
00:18:46: Und natürlich haben mich Fragen erreicht!
00:18:49: Diesmal auch von der lieben Heike.
00:18:52: Hallo Heike. Du hast mir folgende Frage gestellt. Hast du Rituale bevor du mit dem Schreiben beginnst?
00:18:59: Ja liebe Heike, die habe ich wirklich, wobei sie viel mehr Routinen nennen würde.
00:19:06: Also wie bei jedem der täglich zur Arbeit fährt beginne auch ich immer zur selben Uhrzeit.
00:19:10: Mein Wecker geht um Viertel vor sechs, ab ins Bad, Frühstück und so weiter... und dann ist der Herr Autor ready for the day!
00:19:19: Doch bevor ich um sieben Uhr ein Stockwerk höher in meiner Schreibwerkstatt ankomme, mache ich mir erst eine Kanne Tee – obwohl ich jetzt eine Kaffeemaschine oben habe… aber Tee muss sein!
00:19:30: Ich richte mich da noch eine Wasserflasche und ein Glas zurecht und wasch mir noch einen oder zwei Äpfel dazu.
00:19:36: In meiner Werkstatt angekommen, fahre ich meinen Mac hoch und öffne alle Seiten und Programme die ich benötige.
00:19:42: Quasi mein Mise en Place, wie die Köche sagen.
00:19:46: Programm eins: Apple Music ganz wichtig, meist starte ich eine Playlist mit Lounge-Musik, also irgendwas ohne Text.
00:19:52: Und wenn es draußen zu laut wird, momentan gibt's bei mir in der Nähe eine Baustelle, dann gibts schon auch mal ein bisschen Meeresrauschen.
00:20:00: Ich hab das schon mal erwähnt.
00:20:01: Probier es einfach aus: Dunstabzug, Meeresrauschen ...
00:20:04: du wirst sehen, diese Frequenzen machen alles um dich herum einfach weg.
00:20:09: Und wenn dich um dich herum nichts ablenkt, dann steigert das natürlich auch immens deine Konzentration.
00:20:15: Da derzeit allerdings mein Klima-Gerät rauscht, bleibe ich bei Musik!
00:20:20: Dann kommt das Mailprogramm, Internet und zu guter Letzt meine Writers Bibel zum aktuellen Projekt sowie der Plot.
00:20:27: Diese beiden lege ich auf einen Splitscreen, damit ich sie auf einem Blick habe.
00:20:32: Dann öffne ich auf meinem Macbook das Manuskript und los geht's.
00:20:36: Und da ich ein Geruchs-Mensch bin, sprühe ich hin und wieder einen Raumduft, aber meistens riecht der Kalpi ja schon selbst ganz gut!
00:20:47: Nur weil man zu Hause arbeitet, muss man sich ja schließlich nicht gehen lassen, oder?
00:20:51: Doch bevor ich mit dem eigentlichen Schreibprozess beginne, beantworte ich meist ein paar Mails, die vielleicht am Abend zuvor oder in der Nacht aufgelaufen sind.
00:21:00: Ich arbeite wirklich immer noch dran, dass ich das auch nur ein- oder zweimal am Tag mache, aber ja ich habe es nebenbei offen und natürlich ..., ich neige dazu, dass ich irgendwas einfach wegarbeiten möchte
00:21:12: und stelle mir dann immer vor: Dann stört's mich für den Rest des Tages nicht mehr und ich muss das nicht vor mir her schieben, aber es hört leider Gottes nicht auf und es kommt natürlich immer wieder Mails dazwischen und ich lasse mich dann doch immer wieder davon ablecken.
00:21:26: Also da muss sich noch wirklich dran arbeiten. Und natürlich bin ich neugierig, besonders wenn ein neues Buch rausgekommen ist, auf welcher Platzierung meine letzten Romane denn so liegen.
00:21:37: Wenn es eine Leserunde auf Lovelybooks gibt, dann schaue ich da natürlich auch noch vorbei und kommentiere oder beantworte Fragen, die mir dort gestellt werden.
00:21:47: Dann endlich darf ich in meiner Welt an den wunderschönen Gardasee oder Chiemgau abtauchen und für euch Geschichten schreiben!
00:21:56: Und glaubt mir, dafür bin ich jeden einzelnen Tag sehr, sehr dankbar, dass ich das machen darf.
00:22:02: Liebe Heike!
00:22:03: Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen einen Einblick geben, wie mein Tag so startet.
00:22:09: Und wenn es zu diesem oder anderen Themen Fragen oder Anmerkungen gibt, dann scheue dich bitte nicht und schreibe unter podcast(at)kalpenstein.de.
00:22:17: Ich würde mich freuen. Super duper, war das wieder einmal, mit dir ein bissel zu quatschen, und ich hoffe wie in jeder Folge, dass sich dich auch diesmal wieder deinem Ziel, ein Buch zu schreiben etwas näher bringen oder dich wenigstens unterhalten konnte.
00:22:31: Hört auch gern wieder bei meiner nächsten Folge vorbei, ich würde mich freuen und wenn du magst dann abonniere einfach meinen Podcast damit du nichts verpasst.
00:22:39: Servus und bis bald!
00:22:41: Seid's gut zueinander, denn wenn es wir nicht sind, wer dann? Euer Friedrich.
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